Holzzaun-Typen: was passt wozu?
Lattenzaun: Klassischer vertikaler Zaun aus gleichmäßig angeordneten Holzlatten auf Querriegel. Sichtschutz nur wenn Latten eng gesetzt. Typische Lattenbreite 9cm, Abstand 3-5cm. Günstigster Holzsichtschutz, aber Arbeit beim Bau (viele Einzelteile).
Bretterzaun (Sichtschutzzaun): Horizontale oder vertikale Bretter auf Rahmen, oft mit versetztem Abstand für Luftzirkulation aber trotzdem Sichtschutz. Optisch moderner als Lattenzaun. Beliebt: horizontale Bretter im skandinavischen Stil.
Flechtzaun: Naturbelassene Äste (Weide, Haselnuss) ineinander geflochten. Sehr dekorativ, natürlichste Optik, günstig. Lebt aber nur 8-12 Jahre. Ideal für naturnahe Gärten und temporäre Abgrenzungen.
Palisadenzaun: Halbrunde oder runde Pfosten dicht nebeneinander gesetzt. Rustikal, gibt es fertig zu kaufen oder aus Rundholz selbst bauen. 30-50€/lfm. Kein Sichtschutz aus der Vogelperspektive.
Staketen-Zaun: Zugespitzte Holzpfähle mit Lücken. Klassischer Vorgartenzaun, meist 0,6-1m hoch. Kein Sichtschutz, aber Abgrenzung und Optik. 20-40€/lfm.
Holzarten und Haltbarkeit
| Holzart | Preis/lfm Latten | Dauerhaftigkeitsklasse | Pflege | Lebensdauer |
|---|---|---|---|---|
| Kiefer (druckimprägniert) | 8-15€ | DK 3 (behandelt DK 1) | alle 3-4 Jahre | 15-20 Jahre |
| Fichte (unbehandelt) | 6-12€ | DK 4 | jährlich | 8-12 Jahre |
| Douglasie | 12-20€ | DK 3 | alle 3 Jahre | 15-20 Jahre |
| Lärche | 15-28€ | DK 3 | alle 3-4 Jahre | 18-25 Jahre |
| Robinie | 18-35€ | DK 1-2 | optional | 25-35 Jahre |
| Bangkirai (FSC) | 25-45€ | DK 1-2 | optional | 25-30 Jahre |
Kosten 2026: Gesamtrechnung für 20 lfd. Meter
Sichtschutzzaun aus Lärche (1,8m), Selbstbau:
- Latten 9×2,1cm (20lfm × 11 Latten × 2,1m): ca. 80 Latten = 350-600€
- Querriegel 4×6cm: 40m = 80-130€
- Pfosten 9×9cm, 2,8m (11 Stück): 200-360€
- Befestigungsmaterial: 40-60€
- Holzschutzlasur (erste Behandlung): 40-70€
- Material gesamt: 710-1.220€ (ca. 35-61€/lfm)
Fachbetrieb für Montage zusätzlich: 400-800€ → Gesamt: 1.100-2.020€
Pflege und Schutz
Holz im Außenbereich lebt von Trocknung. Stehende Nässe ist der Hauptfeind. Wichtigste Regel: Kein Bodenkontakt von Holz ohne Schutz. Pfosten nie direkt in Erde - immer mit Pfostenanker oder einbetoniert (und dann imprägniert).
Jahreszeitliche Pflege:
- Frühjahr: Reinigen (Hochdruck auf 80 bar, quer nicht reinigen), nach 1 Woche trocknen lassen
- Frühsommer: Holzschutzmittel/Lasur/Öl auftragen (trocken, min. 10°C)
- Herbst: Laubansammlungen zwischen Latten und Zaunfuß entfernen
Häufige Fragen zum Holzzaun
Welcher Holzzaun ist am langlebigsten? ▼
Bangkirai und Robinie als Vollholz-Sichtschutz halten unbehandelt 20-30 Jahre. Druckimprägnierte Kiefer für Pfosten und Lattenzäune: 15-20 Jahre. Flechtzaun aus Weide oder Haselnuss: nur 8-12 Jahre, aber sehr günstig. Für maximale Langlebigkeit bei einheimischem Holz: Lärche oder Robinie.
Wie tief müssen Zaunpfosten aus Holz einbetoniert werden? ▼
Faustregel: 1/3 der Gesamtlänge unter der Erde, mindestens aber 60cm. Für einen 1,8m-Zaunpfosten: gesamt 2,8m lang kaufen, 1m tief einbetonieren. Unter der Frostgrenze (mindestens 80cm) ist wichtig, damit der Pfosten sich nicht durch Frost hebt. Pfosten-Ende imprägnieren oder Bitumenanstrich vor dem Einbetonieren.
Muss ich einen Holzzaun streichen? ▼
Lasieren oder ölen alle 2-4 Jahre hält die Optik und verlängert die Lebensdauer. Unbehandelt vergraut das Holz silber-grau (besonders Lärche und Robinie) - das ist keine Schädigung, sondern normale Verwitterung. Harzhaltige Hölzer (Lärche, Kiefer) können ohne Behandlung auskommen; weiches Holz (Fichte) sollte immer behandelt werden.
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