Was sind Gabionen?
Gabionen sind Drahtkörbe aus verzinktem oder galvanisiertem Stahldraht, die mit Steinen, Schotter oder anderen Materialien gefüllt werden. Ursprünglich im Ingenieurbau (Stützwände, Böschungssicherungen) eingesetzt, haben sie sich in den letzten 15 Jahren als Gestaltungselement im Hausgarten etabliert.
Die Körbe gibt es als Einzelkorb-Elemente (0,5×0,5×1,0m bis 1,0×1,0×2,0m) oder als modular zusammensteckbare Systeme. Für Zäune werden typischerweise schmale Körbe (Tiefe 20-30cm) verwendet, für Stützwände breitere (50-100cm).
Füllung: Steinwahl macht den Unterschied
Basalt: Dunkelgrau bis schwarz, sehr hart, frostbeständig, dauerhaft. Klassisches Gaborionengestein. Preis: 60-90€/Tonne.
Granit (Rhomboeder): Grau-beige, sehr hart, elegant. Viele Farbnuancen verfügbar. Preis: 70-110€/Tonne.
Quarzit: Warme Goldtöne, sehr hart. Sehr dekorativ. Preis: 90-150€/Tonne.
Kalkstein: Günstiger (40-65€/Tonne), aber weniger frostbeständig. Für Regionen mit häufigem Frost/Tau-Wechsel nicht empfohlen.
Füllmenge Berechnung: Ein Korb 1,0m × 1,0m × 0,25m (Zaun) braucht ca. 250 Liter Material = ca. 0,4 Tonnen Steine (bei Schüttdichte ca. 1,6 t/m³). Für 10lfm Zaun mit 25cm Wandstärke und 1,5m Höhe: ca. 6 Tonnen Steine.
Kosten 2026: Beispielrechnung 10 lfd. Meter
Gabionenzaun 1,5m hoch, 25cm Tiefe, 10 lfm:
- Gaborionenkörbe (15 Stück à 1,0×1,0×0,25m): 600-1.000€
- Füllung Basalt (6 Tonnen à 80€/t): 480€
- Steintransport und -lieferung: 150-300€
- Bodenvorbereitung und Kiesschüttung: 100-200€
- Aufbau und Befüllung (Fachbetrieb): 400-800€
- Gesamt: 1.730-2.780€ (173-278€/lfm)
- Selbstbefüllung spart: 300-600€
Statik und Fundament
Gabionen sind schwer. Ein befüllter Korb 1,0×1,0×0,25m wiegt ca. 400-600kg. Bei Reihen-Aufbau (übereinander gestapelt) muss der Boden die Last tragen können.
Bei weichem Untergrund (Gartenboden, Lehm): Betonstreifenfundament anlegen. Bei festem Untergrund (Kies, Sand): Kiesschüttung 15-20cm stark ist oft ausreichend für Zäune bis 1,5m. Für Stützwände über 1m Höhe: statische Berechnung durch Ingenieur empfohlen.
Vor- und Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile |
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Häufige Fragen zum Gabionenzaun
Braucht eine Gabionenmauer ein Fundament? ▼
Gabionen bis 0,8m Höhe auf festem Boden können ohne Fundament gesetzt werden (Kiesschüttung unter dem Korb für Drainige reicht). Ab 1m Höhe empfiehlt sich ein Streifenfundament aus Beton (15-20cm stark, 40-50cm tief). Für freistehende Gabionensäulen über 1,5m und statisch relevante Stützwände ist ein statischer Nachweis empfehlenswert.
Ist ein Gabionenzaun genehmigungspflichtig? ▼
Gabionenzäune und -mauern gelten wie andere Einfriedungen und unterliegen denselben Genehmigungsgrenzen. In Bayern bis 2m genehmigungsfrei, in NRW bis 1,5m. Als Stützwand können je nach Höhe und Lage andere Anforderungen gelten (statische Berechnung, Entwässerung). Voranfrage beim Bauamt empfohlen bei Höhen über 1m.
Welche Steine sind für Gabionen am besten geeignet? ▼
Frostbeständige, harte Gesteine: Basalt, Granit, Gneis, Quarzit, Grauwacke. Kalkstein ist günstiger, aber weniger frostbeständig und verwittert in feuchter Lage. Keine weichen Steine (Sandstein, Schiefer) und kein Kies (zu klein, fällt durch das Gitter). Mindestkorngröße: 50-80mm. Steingröße sollte 40% über der Maschenweite liegen.
Wie pflegeleicht ist ein Gabionenzaun? ▼
Sehr pflegeleicht. Stahldraht ist feuerverzinkt und hält 30+ Jahre. Keine Streicharbeiten, keine Holzpflege. Einmal im Jahr prüfen: Sind Korbverbindungen und Spiralclips intakt? Steine rutschen in den ersten 1-2 Jahren noch etwas nach (Setzung), füllen dann dauerhaft die Form aus. Unkraut zwischen Steinen bei Bedarf entfernen (oder in ökologischen Anlagen wachsen lassen).
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