Wie eine Warmwasser-Wärmepumpe arbeitet
Das Prinzip ist das einer Heizungs-Wärmepumpe im Kleinformat. Ein Ventilator saugt Luft an, ein Verdampfer entzieht ihr Wärme, ein Verdichter hebt die Temperatur an, und ein Kondensator gibt die Wärme an das Wasser im Speicher ab. Die Speicher fassen meist 200 bis 300 Liter. Für Spitzen und für die Legionellenschaltung ist ein elektrischer Heizstab eingebaut.
Die Effizienz hängt stark von der Lufttemperatur ab. Für ein 300-Liter-Gerät von Stiebel Eltron nennt das Datenblatt einen COP nach EN 16147 von 4,21 bei 20 Grad Lufttemperatur und 3,93 bei 15 Grad. Im Alltag liegt die Jahresarbeitszahl darunter, co2online rechnet mit 3,0 bis 3,5. Je wärmer die angesaugte Luft, desto weniger Strom braucht das Gerät. Darum ist die Frage, woher die Luft kommt, die wichtigste Planungsfrage.
Wann sie im Neubau passt und wann nicht
| Situation im Neubau | Warmwasser-Wärmepumpe? |
|---|---|
| Heizungs-Wärmepumpe mit Warmwasserspeicher | meist nicht nötig, die Heizungs-Wärmepumpe bereitet das Warmwasser mit |
| Kontrollierte Wohnraumlüftung vorhanden | sinnvoll im Abluftbetrieb, weil die Abluft über 20 Grad warm ist |
| Heizung ohne Warmwasserbereitung, etwa Infrarot- oder Direktheizung im Passivhaus | sinnvoll, statt Durchlauferhitzer |
| Heizungs-Wärmepumpe soll ganzjährig nur mit niedriger Vorlauftemperatur laufen | möglich, kostet aber ein zweites Gerät und Platz |
| Großer Warmwasserbedarf mit oft mehr als 300 bis 500 Litern am Stück | eher ungeeignet, der Heizstab springt dann häufig ein |
Quellen: co2online (Stand 23.09.2026), eigene Einordnung.
Bei Bestandshäusern ist die Warmwasser-Wärmepumpe oft ein Weg, die Gas- oder Ölheizung im Sommer stillzulegen. Im Neubau fehlt dieser Grund, weil die Heizung ohnehin eine Wärmepumpe ist. Die stärksten Argumente im Neubau sind die Lüftungsanlage und eine Heizung, die selbst kein Warmwasser bereitet. Wie die Heizung insgesamt ausgewählt wird, steht unter Heizung im Neubau.
Eine oder zwei Wärmepumpen: die eigentliche Abwägung
Eine Heizungs-Wärmepumpe, die auch das Warmwasser bereitet, muss dafür regelmäßig auf 50 bis 55 Grad hochfahren, im Sommer sogar nur dafür. Für die Heizung selbst reichen in einem Neubau mit Fußbodenheizung oft 30 bis 35 Grad. Eine getrennte Warmwasser-Wärmepumpe würde die große Maschine von dieser Aufgabe befreien. Dagegen stehen ein zweites Gerät, mehr Platz, mehr Wartung und eine zweite Fehlerquelle. In den meisten Einfamilienhäusern ist die kombinierte Lösung mit einem gut dimensionierten Speicher die wirtschaftlichere. Die getrennte Lösung lohnt sich vor allem, wenn eine Lüftungsanlage warme Abluft liefert.
Verbrauch und Rechenbeispiel: gegenüber dem Durchlauferhitzer
Die realistische Alternative im Neubau ohne Gasanschluss ist nicht der Gaskessel, sondern der elektrische Durchlauferhitzer. Für einen Vier-Personen-Haushalt, dessen Warmwasser laut co2online mit einer Warmwasser-Wärmepumpe 600 bis 700 kWh Strom bei einer Jahresarbeitszahl von 3,0 braucht, ergibt sich ein Wärmebedarf von rund 2.000 kWh im Jahr.
| Durchlauferhitzer | Warmwasser-WP, JAZ 3,0 (Umluft) | Warmwasser-WP, JAZ 3,5 (Abluft) | |
|---|---|---|---|
| Wärmebedarf Warmwasser | 2.000 kWh | 2.000 kWh | 2.000 kWh |
| Stromverbrauch | rund 2.000 kWh | rund 670 kWh | rund 570 kWh |
| Kosten bei 35 ct/kWh | 700 € | 235 € | 200 € |
| Ersparnis pro Jahr | - | rund 465 € | rund 500 € |
Eigene Berechnung auf Basis der co2online-Verbrauchswerte. Ohne Speicher- und Leitungsverluste, ohne PV-Eigenstrom.
Gegenüber dem Durchlauferhitzer spart die Warmwasser-Wärmepumpe also einen mittleren dreistelligen Betrag im Jahr und hat sich bei 1.300 bis 5.000 Euro Investition in wenigen Jahren bezahlt gemacht. Gegenüber einer Heizungs-Wärmepumpe, die das Warmwasser ohnehin mitbereitet, spart sie dagegen nichts, sie kostet ein zweites Gerät. Diese Unterscheidung fehlt in vielen Rechnungen, die mit Gas oder Öl im Bestand vergleichen. Mit eigener Photovoltaik sinken die Stromkosten weiter, weil viele Geräte den Speicher gezielt mittags aufheizen können.
Mit eigenem Solarstrom: was sich verschiebt
Viele Warmwasser-Wärmepumpen lassen sich so steuern, dass sie den Speicher bevorzugt mittags mit Solarstrom aufheizen. Kommt die Hälfte der rund 670 kWh aus der eigenen PV-Anlage, kostet diese Hälfte nicht 35 Cent, sondern nur die entgangene Einspeisevergütung. Mit 5,2 Cent, wie sie der Regierungsentwurf zum EEG 2027 für neue Anlagen vorsieht, ergibt sich:
| Ohne PV | 50 Prozent aus PV | |
|---|---|---|
| Netzstrom 335 kWh × 35 ct | - | 117 € |
| PV-Strom 335 kWh × 5,2 ct | - | 17 € |
| Jahreskosten Warmwasser | 235 € | rund 135 € |
Eigene Berechnung auf Basis von 670 kWh bei JAZ 3,0.
Die Ersparnis ist real, aber überschaubar, weil die Warmwasser-Wärmepumpe ohnehin wenig Strom braucht. Der größere Hebel liegt darin, dass sie Solarstrom in Form von heißem Wasser speichert, statt ihn für wenige Cent einzuspeisen. In einem Haus, das ein Energiemanagementsystem hat, ist sie ein einfacher thermischer Speicher.
Aufstellraum: unbeheizt, groß genug, mit Kondensatablauf
Eine Warmwasser-Wärmepumpe im Umluftbetrieb kühlt den Raum, in dem sie steht. Das ist im Keller ein Vorteil, weil sie die Luft dort auch entfeuchtet. In einem beheizten Hauswirtschaftsraum innerhalb der gedämmten Hülle ist es ein Nachteil: Im Winter entzieht sie die Wärme, die die Heizung gerade hineingebracht hat. Deshalb empfiehlt co2online einen frostfreien, möglichst unbeheizten Raum mit meist mindestens 10 Grad.
- Raumgröße: mindestens 5 m², besser 10 m² oder 20 m³ Raumvolumen, sonst kühlt der Raum zu stark ab. Alternativ die Tür zum Nebenraum offen lassen.
- Platz: etwa 1 m Durchmesser und 2,0 bis 2,3 m Höhe bei Geräten mit integriertem Speicher.
- Anschlüsse: Kalt- und Warmwasser, ein Ablauf für das Kondensat und eine Steckdose.
- Lärm: Der Ventilator ist hörbar. Ein Aufstellort direkt neben dem Schlafzimmer ist keine gute Idee.
Im Neubau ohne Keller ist der geeignete Raum oft eine unbeheizte Garage oder ein Abstellraum außerhalb der gedämmten Hülle, sofern er frostfrei bleibt. Wie ein Hauswirtschaftsraum oder Technikraum ausgelegt wird, steht in den jeweiligen Beiträgen.
Umluft, Abluft, Außenluft
| Betriebsart | Luftquelle | Einschätzung |
|---|---|---|
| Umluft | Luft des Aufstellraums | einfach, kühlt und entfeuchtet den Raum, braucht genug Raumvolumen |
| Abluft | Abluft einer Lüftungsanlage, meist über 20 Grad | laut co2online die effizienteste Betriebsart |
| Außenluft | Außenluft über Kanäle | unabhängig vom Raum, im Winter weniger effizient |
| Umluft und Außenluft kombiniert | je nach Temperatur | effizient, braucht Kanäle und Wanddurchbrüche |
Quelle: co2online. Stand September 2026.
Wer eine kontrollierte Wohnraumlüftung plant, sollte die Kombination prüfen lassen. Abluft-Wärmepumpen nutzen die Wärme der verbrauchten Luft, bevor sie das Haus verlässt. Bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung konkurrieren beide Geräte allerdings um dieselbe Wärme, das muss der Planer abwägen.
Temperatur und Legionellen
Warmwasser-Wärmepumpen erreichen im Wärmepumpenbetrieb je nach Gerät 60 bis 65 Grad. Laut co2online reichen im Alltag oft 50 bis 55 Grad, mit einer Legionellenschutzschaltung wird regelmäßig kurzzeitig auf über 60 Grad aufgeheizt, oft mit dem Heizstab. Je niedriger die Speichertemperatur, desto höher die Effizienz. Wie häufig die Schutzschaltung läuft und wie heiß sie aufheizt, sollte der Installateur zum Gerät und zur Leitungslänge im Haus passend einstellen.
Häufige Fehler bei der Warmwasser-Wärmepumpe
- Zusätzlich zur Heizungs-Wärmepumpe ohne Grund. Zwei Wärmepumpen für eine Aufgabe kosten Geld und Platz, ohne Strom zu sparen.
- Im beheizten Raum aufstellen. Im Winter heizt dann indirekt die Heizung das Warmwasser, mit einem Umweg über die Raumluft.
- Zu kleiner Raum. Unter 20 m³ kühlt der Raum aus, und die Effizienz sinkt.
- Kondensatablauf vergessen. Das Gerät entfeuchtet die Luft, und das Wasser muss irgendwohin.
- Zu klein für den Haushalt. Wer regelmäßig große Mengen am Stück braucht, etwa für eine große Badewanne, sollte den Speicher größer wählen, sonst läuft der Heizstab.
- Temperatur zu hoch eingestellt. Dauerhaft 60 Grad statt 50 bis 55 Grad mit Legionellenschaltung kosten Effizienz.
FAQ - Warmwasser-Wärmepumpe
Was kostet eine Warmwasser-Wärmepumpe mit Einbau?
Wie viel Strom verbraucht eine Warmwasser-Wärmepumpe?
Wie groß muss der Raum für eine Warmwasser-Wärmepumpe sein?
Brauche ich im Neubau mit Wärmepumpe noch eine Warmwasser-Wärmepumpe?
Wird eine Warmwasser-Wärmepumpe gefördert?
Quellen
- co2online - Warmwasser-Wärmepumpe: Kosten, Verbrauch, Aufstellung (Stand 23.09.2026)
- Stiebel Eltron - Technisches Datenblatt WWK-I 300 Plus
Der unabhängige Hausbau-Ratgeber für private Bauherren in Deutschland. Recherchiert aus Primärquellen, ergänzt durch eigene Bauerfahrung. Mehr über die Redaktion →