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Energieeffizienz

Warmwasser-Wärmepumpe: wann sie im Neubau Sinn ergibt

Warum sie neben einer Lüftungsanlage am besten arbeitet, was sie gegenüber dem Durchlauferhitzer spart und wo sie im Haus nicht hingehört.

Hausbau Journal Redaktion
Stand: 1. November 2026 10 Min Lesezeit
Warmwasser-Wärmepumpe mit integriertem Speicher im Kellerraum eines Einfamilienhauses neben der Waschmaschine
Warmwasser-Wärmepumpe im Kellerraum (Symbolbild)
500-700
kWh Strom im Jahr, vier Personen
3,9-4,2
COP nach EN 16147 bei 15 und 20 °C Luft (Beispielgerät)
20 m³
empfohlenes Raumvolumen im Umluftbetrieb

Wie eine Warmwasser-Wärmepumpe arbeitet

Das Prinzip ist das einer Heizungs-Wärmepumpe im Kleinformat. Ein Ventilator saugt Luft an, ein Verdampfer entzieht ihr Wärme, ein Verdichter hebt die Temperatur an, und ein Kondensator gibt die Wärme an das Wasser im Speicher ab. Die Speicher fassen meist 200 bis 300 Liter. Für Spitzen und für die Legionellenschaltung ist ein elektrischer Heizstab eingebaut.

Die Effizienz hängt stark von der Lufttemperatur ab. Für ein 300-Liter-Gerät von Stiebel Eltron nennt das Datenblatt einen COP nach EN 16147 von 4,21 bei 20 Grad Lufttemperatur und 3,93 bei 15 Grad. Im Alltag liegt die Jahresarbeitszahl darunter, co2online rechnet mit 3,0 bis 3,5. Je wärmer die angesaugte Luft, desto weniger Strom braucht das Gerät. Darum ist die Frage, woher die Luft kommt, die wichtigste Planungsfrage.

Wann sie im Neubau passt und wann nicht

Situation im Neubau Warmwasser-Wärmepumpe?
Heizungs-Wärmepumpe mit Warmwasserspeichermeist nicht nötig, die Heizungs-Wärmepumpe bereitet das Warmwasser mit
Kontrollierte Wohnraumlüftung vorhandensinnvoll im Abluftbetrieb, weil die Abluft über 20 Grad warm ist
Heizung ohne Warmwasserbereitung, etwa Infrarot- oder Direktheizung im Passivhaussinnvoll, statt Durchlauferhitzer
Heizungs-Wärmepumpe soll ganzjährig nur mit niedriger Vorlauftemperatur laufenmöglich, kostet aber ein zweites Gerät und Platz
Großer Warmwasserbedarf mit oft mehr als 300 bis 500 Litern am Stückeher ungeeignet, der Heizstab springt dann häufig ein

Quellen: co2online (Stand 23.09.2026), eigene Einordnung.

Bei Bestandshäusern ist die Warmwasser-Wärmepumpe oft ein Weg, die Gas- oder Ölheizung im Sommer stillzulegen. Im Neubau fehlt dieser Grund, weil die Heizung ohnehin eine Wärmepumpe ist. Die stärksten Argumente im Neubau sind die Lüftungsanlage und eine Heizung, die selbst kein Warmwasser bereitet. Wie die Heizung insgesamt ausgewählt wird, steht unter Heizung im Neubau.

Eine oder zwei Wärmepumpen: die eigentliche Abwägung

Eine Heizungs-Wärmepumpe, die auch das Warmwasser bereitet, muss dafür regelmäßig auf 50 bis 55 Grad hochfahren, im Sommer sogar nur dafür. Für die Heizung selbst reichen in einem Neubau mit Fußbodenheizung oft 30 bis 35 Grad. Eine getrennte Warmwasser-Wärmepumpe würde die große Maschine von dieser Aufgabe befreien. Dagegen stehen ein zweites Gerät, mehr Platz, mehr Wartung und eine zweite Fehlerquelle. In den meisten Einfamilienhäusern ist die kombinierte Lösung mit einem gut dimensionierten Speicher die wirtschaftlichere. Die getrennte Lösung lohnt sich vor allem, wenn eine Lüftungsanlage warme Abluft liefert.

Verbrauch und Rechenbeispiel: gegenüber dem Durchlauferhitzer

Die realistische Alternative im Neubau ohne Gasanschluss ist nicht der Gaskessel, sondern der elektrische Durchlauferhitzer. Für einen Vier-Personen-Haushalt, dessen Warmwasser laut co2online mit einer Warmwasser-Wärmepumpe 600 bis 700 kWh Strom bei einer Jahresarbeitszahl von 3,0 braucht, ergibt sich ein Wärmebedarf von rund 2.000 kWh im Jahr.

Durchlauferhitzer Warmwasser-WP, JAZ 3,0 (Umluft) Warmwasser-WP, JAZ 3,5 (Abluft)
Wärmebedarf Warmwasser2.000 kWh2.000 kWh2.000 kWh
Stromverbrauchrund 2.000 kWhrund 670 kWhrund 570 kWh
Kosten bei 35 ct/kWh700 €235 €200 €
Ersparnis pro Jahr-rund 465 €rund 500 €

Eigene Berechnung auf Basis der co2online-Verbrauchswerte. Ohne Speicher- und Leitungsverluste, ohne PV-Eigenstrom.

Gegenüber dem Durchlauferhitzer spart die Warmwasser-Wärmepumpe also einen mittleren dreistelligen Betrag im Jahr und hat sich bei 1.300 bis 5.000 Euro Investition in wenigen Jahren bezahlt gemacht. Gegenüber einer Heizungs-Wärmepumpe, die das Warmwasser ohnehin mitbereitet, spart sie dagegen nichts, sie kostet ein zweites Gerät. Diese Unterscheidung fehlt in vielen Rechnungen, die mit Gas oder Öl im Bestand vergleichen. Mit eigener Photovoltaik sinken die Stromkosten weiter, weil viele Geräte den Speicher gezielt mittags aufheizen können.

Mit eigenem Solarstrom: was sich verschiebt

Viele Warmwasser-Wärmepumpen lassen sich so steuern, dass sie den Speicher bevorzugt mittags mit Solarstrom aufheizen. Kommt die Hälfte der rund 670 kWh aus der eigenen PV-Anlage, kostet diese Hälfte nicht 35 Cent, sondern nur die entgangene Einspeisevergütung. Mit 5,2 Cent, wie sie der Regierungsentwurf zum EEG 2027 für neue Anlagen vorsieht, ergibt sich:

Ohne PV 50 Prozent aus PV
Netzstrom 335 kWh × 35 ct-117 €
PV-Strom 335 kWh × 5,2 ct-17 €
Jahreskosten Warmwasser235 €rund 135 €

Eigene Berechnung auf Basis von 670 kWh bei JAZ 3,0.

Die Ersparnis ist real, aber überschaubar, weil die Warmwasser-Wärmepumpe ohnehin wenig Strom braucht. Der größere Hebel liegt darin, dass sie Solarstrom in Form von heißem Wasser speichert, statt ihn für wenige Cent einzuspeisen. In einem Haus, das ein Energiemanagementsystem hat, ist sie ein einfacher thermischer Speicher.

Aufstellraum: unbeheizt, groß genug, mit Kondensatablauf

Eine Warmwasser-Wärmepumpe im Umluftbetrieb kühlt den Raum, in dem sie steht. Das ist im Keller ein Vorteil, weil sie die Luft dort auch entfeuchtet. In einem beheizten Hauswirtschaftsraum innerhalb der gedämmten Hülle ist es ein Nachteil: Im Winter entzieht sie die Wärme, die die Heizung gerade hineingebracht hat. Deshalb empfiehlt co2online einen frostfreien, möglichst unbeheizten Raum mit meist mindestens 10 Grad.

  • Raumgröße: mindestens 5 m², besser 10 m² oder 20 m³ Raumvolumen, sonst kühlt der Raum zu stark ab. Alternativ die Tür zum Nebenraum offen lassen.
  • Platz: etwa 1 m Durchmesser und 2,0 bis 2,3 m Höhe bei Geräten mit integriertem Speicher.
  • Anschlüsse: Kalt- und Warmwasser, ein Ablauf für das Kondensat und eine Steckdose.
  • Lärm: Der Ventilator ist hörbar. Ein Aufstellort direkt neben dem Schlafzimmer ist keine gute Idee.

Im Neubau ohne Keller ist der geeignete Raum oft eine unbeheizte Garage oder ein Abstellraum außerhalb der gedämmten Hülle, sofern er frostfrei bleibt. Wie ein Hauswirtschaftsraum oder Technikraum ausgelegt wird, steht in den jeweiligen Beiträgen.

Umluft, Abluft, Außenluft

Betriebsart Luftquelle Einschätzung
UmluftLuft des Aufstellraumseinfach, kühlt und entfeuchtet den Raum, braucht genug Raumvolumen
AbluftAbluft einer Lüftungsanlage, meist über 20 Gradlaut co2online die effizienteste Betriebsart
AußenluftAußenluft über Kanäleunabhängig vom Raum, im Winter weniger effizient
Umluft und Außenluft kombiniertje nach Temperatureffizient, braucht Kanäle und Wanddurchbrüche

Quelle: co2online. Stand September 2026.

Wer eine kontrollierte Wohnraumlüftung plant, sollte die Kombination prüfen lassen. Abluft-Wärmepumpen nutzen die Wärme der verbrauchten Luft, bevor sie das Haus verlässt. Bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung konkurrieren beide Geräte allerdings um dieselbe Wärme, das muss der Planer abwägen.

Temperatur und Legionellen

Warmwasser-Wärmepumpen erreichen im Wärmepumpenbetrieb je nach Gerät 60 bis 65 Grad. Laut co2online reichen im Alltag oft 50 bis 55 Grad, mit einer Legionellenschutzschaltung wird regelmäßig kurzzeitig auf über 60 Grad aufgeheizt, oft mit dem Heizstab. Je niedriger die Speichertemperatur, desto höher die Effizienz. Wie häufig die Schutzschaltung läuft und wie heiß sie aufheizt, sollte der Installateur zum Gerät und zur Leitungslänge im Haus passend einstellen.

Häufige Fehler bei der Warmwasser-Wärmepumpe

  • Zusätzlich zur Heizungs-Wärmepumpe ohne Grund. Zwei Wärmepumpen für eine Aufgabe kosten Geld und Platz, ohne Strom zu sparen.
  • Im beheizten Raum aufstellen. Im Winter heizt dann indirekt die Heizung das Warmwasser, mit einem Umweg über die Raumluft.
  • Zu kleiner Raum. Unter 20 m³ kühlt der Raum aus, und die Effizienz sinkt.
  • Kondensatablauf vergessen. Das Gerät entfeuchtet die Luft, und das Wasser muss irgendwohin.
  • Zu klein für den Haushalt. Wer regelmäßig große Mengen am Stück braucht, etwa für eine große Badewanne, sollte den Speicher größer wählen, sonst läuft der Heizstab.
  • Temperatur zu hoch eingestellt. Dauerhaft 60 Grad statt 50 bis 55 Grad mit Legionellenschaltung kosten Effizienz.

FAQ - Warmwasser-Wärmepumpe

Was kostet eine Warmwasser-Wärmepumpe mit Einbau?
Laut co2online kostet das Gerät für ein durchschnittliches Einfamilienhaus 1.000 bis 4.000 Euro, je nach Speichergröße und Betriebsart, die Installation etwa 300 bis 1.000 Euro. Insgesamt sind das rund 1.300 bis 5.000 Euro (Stand September 2026). Wanddurchbrüche für Zu- und Abluft oder neue Leitungen können den Preis erhöhen.
Wie viel Strom verbraucht eine Warmwasser-Wärmepumpe?
In einem durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt etwa 600 bis 700 kWh im Jahr bei einer Jahresarbeitszahl von 3,0, bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5 rund 500 bis 600 kWh. Ein Durchlauferhitzer braucht für dieselbe Warmwassermenge etwa dreimal so viel Strom.
Wie groß muss der Raum für eine Warmwasser-Wärmepumpe sein?
Im Umluftbetrieb empfiehlt co2online mindestens 5 m², besser 10 m² oder 20 m³ Raumvolumen, alternativ eine offene Tür zum Nebenraum. Der Raum sollte frostfrei und möglichst unbeheizt sein, meist mit mindestens 10 Grad. Das Gerät selbst braucht etwa 1 m Durchmesser und 2,0 bis 2,3 m Höhe, dazu Wasseranschluss, Kondensatablauf und Steckdose.
Brauche ich im Neubau mit Wärmepumpe noch eine Warmwasser-Wärmepumpe?
Meist nicht. Eine Heizungs-Wärmepumpe bereitet das Warmwasser über einen Speicher mit. Eine separate Warmwasser-Wärmepumpe lohnt sich im Neubau vor allem, wenn eine Lüftungsanlage warme Abluft liefert, wenn das Haus mit einer Direktheizung oder einem anderen Wärmeerzeuger ohne Warmwasserbereitung beheizt wird, oder wenn die Heizungs-Wärmepumpe ganzjährig nur mit niedrigen Vorlauftemperaturen laufen soll.
Wird eine Warmwasser-Wärmepumpe gefördert?
Als Einzelmaßnahme nicht direkt. Im Bestand kann sie als Umfeldmaßnahme zusammen mit einer geförderten Heizungs-Wärmepumpe in die Förderung fallen. Im Neubau hilft das nicht, dort zählt sie zur Haustechnik des Effizienzhauses. Die Handwerkerkosten einer nachträglichen Installation können laut co2online zu 20 Prozent von der Einkommensteuer abgezogen werden.

Quellen

Hausbau Journal Redaktion

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