hausbaujournal.com
Haustechnik

Haustechnik im Neubau - alle Gewerke im Überblick

Elektro, Daten, Smart Home, Sanitär, Sicherheit und E-Mobilität im Neubau 2026. Was reingehört, was sich später nicht mehr nachholen lässt und was es kostet.

Hausbau Journal Redaktion
Stand: 29. April 2026 18 Min Lesezeit
Modernes Hausanschlussraum mit Verteilerschrank, Patchpanel und Smart-Home-Steuerung
Haustechnik-Zentrale: Stromverteiler, Patchpanel, Smart-Home-Server und Heizungssteuerung im HWR.
6
GewerkeElektro bis Wallbox
18-22 %
Anteil an Bausummeje nach Ausstattung
30+ J.
Lebensdauer VerkabelungCAT 6a, KNX-Bus

Die sechs Gewerke der Haustechnik

Haustechnik ist im Sprachgebrauch ein dehnbarer Begriff. Im Bauablauf eines Einfamilienhauses fasst er sechs Gewerke zusammen, die alle vor dem Verputzen geplant und teilweise installiert werden müssen. Wer eines davon vergisst, holt es im Bestand nur mit hohem Aufwand nach.

  1. Elektroinstallation - Stromkreise, Steckdosen, Schalter, Verteilerschrank, RCD/RCBO-Schutz, Beleuchtungs-Vorrüstungen.
  2. Datentechnik - LAN-Verkabelung CAT 6a/7, Glasfaser-Hausanschluss, WLAN-Konzept, Patchpanel, Multimediadosen.
  3. Smart Home - Bus-System (KNX, Loxone) oder Funk-System (Matter, Homematic), Steuerzentralen, Sensorik, Aktorik.
  4. Sanitär und Lüftung - Trinkwasser, Abwasser, Regenwasser, KWL kontrollierte Wohnraumlüftung.
  5. Sicherheit - Einbruchschutz nach RC-Klassen, Alarmanlage, Videoüberwachung DSGVO-konform.
  6. E-Mobilität - Wallbox-Vorbereitung, Lastmanagement, PV-Anbindung an Hausnetz.

Was zählt nicht zur Haustechnik?

Die Heizungstechnik wird in unserer Cluster-Struktur separat unter Heizung im Neubau behandelt, weil sie eine eigene Tiefe braucht (Wärmepumpe, Pelletheizung, Hybridheizung, Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung). Photovoltaik liegt unter Photovoltaik als eigener Pillar. Die Schnittstellen zwischen Heizung, PV und Haustechnik werden in Smart Home und Wallbox-Themen sichtbar.

Elektroinstallation - das Rückgrat

Die Elektroinstallation legt das Fundament für alle anderen Gewerke. Wer hier spart, spart am falschen Ende: Steckdosen nachzurüsten kostet pro Position 80 bis 150 Euro, ein nachträglicher Stromkreis 400 bis 800 Euro, Schlitze in fertige Wände 60 bis 120 Euro pro laufenden Meter.

Standard-Werte für ein 140 m² Einfamilienhaus 2026

  • Stromkreise: 18 bis 24 Stück, je nach Bauweise und Wallbox/Wärmepumpe.
  • Steckdosen: 110 bis 150 Stück verteilt auf alle Räume - nach RAL-RG 678 (mehr unter Steckdosen pro Raum).
  • Verteilerschrank: mindestens 3-reihig mit 64 Teilungseinheiten, besser 4-reihig mit Reserve. Details unter Verteilerschrank im Haus.
  • FI/RCD: RCD Typ A (für übliche Endstromkreise), RCD Typ B (für Wallbox und Wärmepumpe-Inverter).
  • Schutzpotenzialausgleich: nach DIN VDE 0100-540, alle metallischen Versorgungen verbunden.
  • Überspannungsschutz: Pflicht seit DIN VDE 0100-443 (2018), Typ-1-Ableiter im Hausanschluss, Typ-2 in Hauptverteilung.

Kosten Elektro im Standard-EFH

Die reine Elektroinstallation eines konventionell installierten 140 m² EFH liegt 2026 bei 18.000 bis 28.000 Euro netto. Mit erweiterter Ausstattung (mehr Dosen, Bus-Vorrüstung, Ausenanschluss Garten) bei 25.000 bis 38.000 Euro. Mit voll ausgebautem KNX zusätzlich 20.000 bis 40.000 Euro Mehrkosten. Der vollständige Pillar mit Stromkreis-Plan und Mengenliste liegt unter Elektroinstallation im Neubau.

Datentechnik - Glasfaser bis ins Wohnzimmer

Datentechnik ist 2026 nicht mehr Luxus, sondern Voraussetzung für Homeoffice, Streaming, Smart Home und ein realistisches Umzugsfähigkeit-Niveau bei späterem Verkauf. Die deutsche Glasfaser-Quote im Neubau wird bis 2030 voraussichtlich auf über 80 Prozent steigen, das Hausnetz muss dazu passen.

Standard 2026

  • CAT 6a oder höher als Verkabelungsstandard im Neubau (mehr unter LAN-Verkabelung).
  • Mindestens eine LAN-Dose pro Hauptraum, im Wohnzimmer und Arbeitszimmer zwei.
  • Patchfeld 24 Ports als Mindestgrösse, plus Switch im HWR.
  • Glasfaser-Hausanschluss wenn verfügbar, sonst Leerrohr DN 50 vom Strassenrand zum HWR (mehr unter Glasfaser-Hausanschluss).
  • WLAN-Mesh über Access Points mit POE-Versorgung über LAN, kein Router-Repeater-Setup (mehr unter WLAN-Konzept).

Kosten Datentechnik im 140 m² EFH

Komplette LAN-Installation mit 12-15 LAN-Dosen, Patchpanel, Switch, 3 Access Points: 4.500 bis 7.500 Euro netto. Bei Glasfaser-Hausanschluss zusätzlich 0 bis 1.500 Euro je nach Anbieter. Wer 2026 alle Dosen mit CAT 6a verkabelt und in jeden Raum eine Leitung legt, hat Bandbreite-Reserven für 25 plus Jahre.

Smart Home - Bus oder Funk?

Smart Home ist 2026 in zwei Lagern getrennt: hochwertige Bus-Systeme (KNX, Loxone) für Neubau und Generalsanierung, Funk-Systeme (Matter, Homematic IP, Hue) für Bestand und punktuelle Erweiterungen. Im Neubau spricht alles für Bus, weil die Verkabelung mitläuft und die Lebensdauer 30 plus Jahre erreicht. Mehr Hintergrund unter Smart Home im Neubau.

KNX vs. Loxone in zwei Sätzen

KNX ist herstelleroffen mit über 500 zertifizierten Anbietern, dafür höchste Planungs- und Programmieraufwand (ETS-Programmierung durch Systemintegrator). Loxone ist günstiger und einfacher zu programmieren, dafür Hersteller-gebunden mit Risiko bei Insolvenz oder Strategie-Wechsel. Direkter Vergleich mit Wirtschaftlichkeitsrechnung unter KNX vs. Loxone.

Matter und Homematic IP

Der Matter-Standard (Connectivity Standards Alliance, seit 2022) bringt herstelleroffenes Funk-Smart-Home auf einen einheitlichen Nenner. Apple, Google, Samsung, Amazon ziehen mit. 2026 ist Matter im Bestand und für nachträgliche Erweiterungen die naheliegende Wahl. Homematic IP von eQ-3 ist die etablierte deutsche Funk-Plattform mit über 200 Komponenten und CCU3-Zentrale - solide, aber proprietär. Mehr dazu unter Matter-Standard und Homematic.

Mehrkosten Smart Home im Neubau

SetupMehrkosten nettoAnwendung
Konventionell + Funk-Erweiterung2.000-5.000 €Lichtsteuerung, Heizung, Rolladen punktuell
Loxone-Basis8.000-15.000 €Mini-Server + Steuerung Licht, Heizung, Rolladen, Audio-Multiroom
KNX-Basis12.000-25.000 €ETS-Projekt, Bus, Aktorik für Licht, Heizung, Rolladen, Wetterstation
KNX-Voll25.000-50.000 €plus Visualisierung, Multiroom, Sicherheit, KNX Secure

Sanitär und Lüftung - mehr als Wasserrohre

Sanitär umfasst Trinkwasserinstallation, Abwasserführung und Regenwassernutzung. Die KWL kontrollierte Wohnraumlüftung wird oft zur Sanitär-Sphäre gezählt, ist aber ein eigenständiges System.

Trinkwasser-Standard 2026

  • PE-Xa-Rohr im Mantelrohr als Standard - kalt- und warmwasserfest, hygienisch, austauschbar.
  • Wohnungswasserzähler für Verbrauchs-Transparenz.
  • Druckminderer und Filter hinter Hausanschluss.
  • Frischwasserstation statt grossem Brauchwasserspeicher (Hygiene-Vorteil, kaum Legionellen-Risiko).
  • Zirkulationsleitung ab grösseren Häusern oder weiten Wegen ins Bad.

Regenwasser-Nutzung

Eine Zisterne speichert Regenwasser für WC-Spülung, Waschmaschine und Gartenbewässerung. Wirtschaftlich amortisiert sich eine Zisterne in 12 bis 20 Jahren bei steigenden Wasserpreisen schneller. Mehr unter Regenwasser-Zisterne.

Lüftungstechnik

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung gehört in jeden energetisch hochwertigen Neubau. Wirkungsgrad 80 bis 92 Prozent, jährliche Wärmerückgewinnung 1.500 bis 2.500 kWh, Mehrkosten gegenüber Fensterlüftung 8.000 bis 14.000 Euro. Mehr unter Sanitärinstallation im Neubau.

Sicherheit - RC-Klassen, Alarm, Video

Die Polizei meldete für 2024 in Deutschland rund 90.000 Wohnungseinbrüche, 45 Prozent davon scheitern bereits am mechanischen Schutz. Die Investition in vernünftigen Einbruchschutz im Neubau zahlt sich doppelt aus - durch geringeres Risiko und durch geringere Versicherungsprämien.

RC-Klassen und Vorgehen 2026

  • RC 1: Grundschutz gegen Gelegenheitstäter, im Neubau Mindestanforderung.
  • RC 2: empfohlene Standard-Stufe für Einfamilienhäuser laut Polizei.
  • RC 3: erhöhter Schutz, bei exponierten Lagen oder höherwertigem Inventar.
  • RC 4-6: Sonderfall, kaum für Wohnneubau relevant.

Pflichtanforderungen pro Türe und Fenster sowie KfW-159-Förderung für Einbruchschutz unter Einbruchschutz.

Alarm und Videoüberwachung

Eine VdS-zertifizierte Alarmanlage erweitert mechanischen Schutz sinnvoll - nicht ersetzt ihn. Funk-Alarmanlagen reichen für Standardwohnen, Drahtsysteme sind im Neubau wirtschaftlich, weil die Verkabelung mitläuft. Mehr unter Alarmanlage. Videoüberwachung im Aussenbereich erfordert DSGVO-konforme Aufstellung mit eingegrenztem Sichtfeld - kein Aufnehmen öffentlicher Wege oder Nachbargrundstücke. Details unter Videoüberwachung am Haus.

E-Mobilität - Wallbox als neue Pflicht

Die Wallbox-Vorbereitung gehört 2026 zur Standard-Haustechnik. Auch wer aktuell kein Elektroauto fährt, sollte eine Wallbox-Vorrüstung am Stellplatz vorsehen - die Kabelweg-Vorbereitung kostet im Neubau 200 bis 600 Euro, die Nachrüstung im Bestand 1.500 bis 3.500 Euro.

Wallbox-Setup 2026

  • 11 kW Wallbox als Standard für Wohnneubau - reicht für jedes E-Auto und ist anmelde-, nicht genehmigungspflichtig.
  • 22 kW Wallbox nur bei mehreren Fahrzeugen oder geschäftlich, genehmigungspflichtig durch Netzbetreiber.
  • Lastmanagement wird wichtig sobald Wärmepumpe und Wallbox parallel laufen - im Hausanschluss kann sonst die Hauptsicherung auslösen.
  • PV-Anbindung über Energie-Management-System für PV-Überschuss-Laden.

Mehr Hintergrund mit Hersteller-Vergleich unter Wallbox-Hub, Anmeldung und Lastmanagement unter Wallbox-Installation, KfW- und Länderförderung unter Wallbox-Förderung 2026.

Kosten-Überblick Haustechnik

Die folgende Tabelle zeigt drei Ausstattungsniveaus für ein 140 m² Einfamilienhaus, alle Werte netto.

GewerkStandardKomfortPremium
Elektroinstallation20.000 €30.000 €45.000 €
Datentechnik4.500 €7.000 €10.000 €
Smart Home2.500 €14.000 €35.000 €
Sanitär16.000 €22.000 €32.000 €
Lüftung KWL9.000 €12.000 €16.000 €
Sicherheit3.000 €7.500 €15.000 €
Wallbox + E-Mobilität1.500 €3.500 €6.500 €
Summe netto56.500 €96.000 €159.500 €

Stand: April 2026. Alle Werte ohne Heizung und Photovoltaik (separate Cluster). Bei einem regulären Bauvorhaben ergeben sich rund 18 bis 22 Prozent der Bausumme als Haustechnik-Anteil.

Reihenfolge im Bauablauf

Die Haustechnik-Gewerke werden im Rohbau zeitlich gestaffelt installiert. Wer in der Werkplanung verzichtet auf das Detail, riskiert Schlitze im fertigen Putz.

  1. Rohbau abgeschlossen - Decken, Wände, Dach steht.
  2. Elektro-Schlitzung und Dosen-Setzen in den Rohbauwänden.
  3. Sanitär-Schlitzung für Wasser- und Abwasserrohre.
  4. LAN- und Bus-Verkabelung zeitgleich mit Elektro - alle Leitungen einziehen.
  5. Putzer kommen erst nach abgeschlossener Schlitz-Arbeit.
  6. Estrich mit Heizungsleitungen und Lüftungskanälen unter Boden.
  7. Fertigmontage nach Innenausbau: Steckdosen, Schalter, Leuchten, Sanitär-Endgeräte.
  8. Inbetriebnahme mit Messprotokoll, RCD-Test, Smart-Home-Programmierung.

Werkplanung als Pflicht

Eine vernünftige Haustechnik-Werkplanung mit Stromkreis-Plan, Sanitär-Schema und Smart-Home-Pflichtenheft kostet 2.500 bis 6.500 Euro - und spart über die Bauphase ein Mehrfaches durch vermiedene Nachträge. Wer ohne Werkplanung losbaut, riskiert Schnittstellen-Konflikte zwischen Gewerken.

Häufige Fehler bei der Haustechnik

  • Zu wenig Steckdosen geplant. Im Wohnzimmer mindestens 12 Stück, in der Küche mindestens 14, im Schlafzimmer 8 - jede nachgerüstete Dose kostet 80 bis 150 Euro.
  • Verteilerschrank zu klein. 3-reihig statt 4-reihig spart 200 Euro, kostet aber später jede Wallbox und Wärmepumpe-Erweiterung 600 Euro Aufwand.
  • Keine LAN-Verkabelung im Schlafzimmer. Heimkino, smart-TV, Homeoffice-Setup - alle brauchen LAN-Anschluss, WLAN reicht nicht für stabile Latenzen.
  • Smart-Home-Bus vergessen. Wer im Neubau auf KNX oder Loxone verzichtet, schliesst die Tür für 30 plus Jahre.
  • Leerrohre nicht eingeplant. Vom HWR zum Carport, vom Garten zum Pool, von der Wand zum TV-Anschluss - jedes vergessene Leerrohr kostet im Bestand 800 bis 2.000 Euro Putz-Schaden.
  • Wallbox-Vorrüstung übersprungen. Selbst ohne aktuelles E-Auto: das 5x6er Kabel zum Stellplatz kostet 200 bis 600 Euro im Neubau, später 1.500 bis 3.500 Euro.
  • Trinkwasser-Hygiene unterschätzt. Frischwasserstation statt grossem Speicher, Zirkulationsleitung bei langen Wegen.
  • RC-Klasse zu niedrig. RC 2 ist Polizei-empfohlene Standardanforderung, RC 1 reicht nicht aus.
  • Kein Überspannungsschutz. Seit 2018 Pflicht, einige Bauträger lassen ihn trotzdem weg - prüfen.
  • Lüftung ohne Filter-Wartung-Konzept. Filter-Wechsel ein- bis zweimal pro Jahr Pflicht, sonst sinkt Hygiene und Wirkungsgrad.

Handwerker-Auswahl im Haustechnik-Bereich

Im Neubau hat der Generalunternehmer oder Bauträger eigene Handwerker - die Qualität ist sehr unterschiedlich. Wer einen Eigenbetrieb oder Architekten-Bau hat, wählt eigene Handwerker und sollte folgende Kriterien prüfen:

  • Innungsmitgliedschaft: Elektro-Innung, SHK-Innung als Qualitätssignal.
  • Zertifizierungen: KNX-Partner, Loxone-Partner, Wärmepumpen-Fachbetrieb.
  • Referenzen: mindestens 3 vergleichbare Neubauten besichtigen.
  • Detailangebot: nicht Pauschalbeträge akzeptieren, sondern Mengenliste fordern.
  • Werkplanung-Bezug: Angebot referenziert auf konkrete Werkplanung.
  • Inbetriebnahme-Protokoll: RCD-Test, Schutzleiter-Messung, Druckprüfung Sanitär dokumentiert.

Vorhersehbare Änderungen 2026-2030

  • Smart-Meter-Pflicht für jeden Neubau ab 2026.
  • Matter 2.0 mit erweiterter Sicherheits- und Geräte-Kategorien.
  • Lastmanagement wird Pflicht für Häuser mit Wallbox plus Wärmepumpe.
  • Glasfaser-Pflicht im Neubau einige Bundesländer in Vorbereitung.
  • RCD Typ B für Wallbox und WP-Inverter weiter Standard.
  • KNX Secure als Pflicht für sicherheitsrelevante Funktionen.

Checkliste Haustechnik-Planung

  • Werkplanung mit Stromkreis-Plan, Sanitär-Schema, Smart-Home-Pflichtenheft beauftragt.
  • Steckdosen pro Raum nach RAL-RG 678 oder höher festgelegt.
  • Verteilerschrank 4-reihig mit 30 Prozent Reserve.
  • RCD Typ A und Typ B vorgesehen.
  • Überspannungsschutz Typ 1 und Typ 2.
  • LAN-Dose pro Hauptraum, im Wohn- und Arbeitszimmer 2.
  • Patchpanel und Switch im HWR, mindestens 24 Ports.
  • Glasfaser-Hausanschluss oder Leerrohr DN 50 Strasse zu HWR.
  • WLAN-Konzept mit Access Points statt Repeater.
  • KNX/Loxone-Bus-Verkabelung in alle Räume mit Aktor-Bedarf.
  • PE-Xa-Rohr im Mantelrohr für Trinkwasser.
  • KWL mit 80 Prozent plus Wärmerückgewinnung.
  • RC-2-Standard für Türen und Fenster.
  • Wallbox-Vorrüstung 5x6er Kabel zum Stellplatz.
  • Leerrohre zu Carport, Garten, Pool, TV-Wand.
  • Inbetriebnahme-Protokolle vom Handwerker.

Hersteller-Übersicht 2026 nach Gewerk

Die folgende Übersicht listet etablierte Hersteller im DACH-Raum 2026 pro Gewerk. Die Auswahl ist subjektiv geprägt - Bauherren sollten mehrere Anbieter pro Gewerk vergleichen, bevor sie Aufträge erteilen.

Elektroinstallation

  • Schalter und Dosen Premium: Gira ESPRIT, JUNG LS Plus, Berker R Glass.
  • Schalter und Dosen Mittelklasse: Busch-Jaeger Future linear, Merten System M, Hager Berker S.1.
  • Verteilerschrank: Hager, ABB, Siemens, Eaton, Schneider Electric.
  • Überspannungsschutz: DEHN, Phoenix Contact, OBO Bettermann.

Datentechnik

  • Verlegekabel CAT 6a/7: Kerpen, Draka, Leoni, Belden.
  • Patchpanel und Switch: UniFi, Aruba, Cisco SMB, MikroTik, Zyxel.
  • WLAN-Access-Points: UniFi U6/U7, Aruba InstantOn, FRITZ!Box-Mesh.

Smart Home

  • KNX-Komponenten: Gira, JUNG, Berker, Busch-Jaeger, MDT, ABB, Theben, Hager, Eltako.
  • Loxone: Loxone Mini-Server, Touch, Tree-Erweiterungen.
  • Funk-Smart-Home: Homematic IP (eQ-3), Hue (Signify), Matter-Hersteller.

Sanitär und Lüftung

  • Sanitärobjekte: Geberit, Duravit, Villeroy & Boch, Ideal Standard, Laufen, Keramag.
  • Armaturen: Hansgrohe, Grohe, Dornbracht (Premium), Hansa, Kludi.
  • KWL: Zehnder, Pluggit, Helios, Maico, Wolf, Vaillant, Stiebel Eltron.
  • Trinkwasser-Rohrsysteme: Geberit, Viega, Uponor, Wavin.

Sicherheit

  • Türen RC-zertifiziert: Schörghuber, Hörmann, Pirnar, Velux.
  • Alarmanlagen: Telenot, ABUS Secvest, Daitem, Honeywell, Bosch.
  • Videoüberwachung: UniFi Protect, Reolink, Hikvision, Bosch, Axis.

E-Mobilität

  • Wallboxen: KEBA, ABL, Mennekes, Webasto, Easee, go-e, Wallbe, Heidelberg.
  • Lastmanagement-Module: Easee Equalizer, ABL Cluster, Mennekes Smart Meter.

Bus vs. Funk - Entscheidung im Detail

Die Entscheidung zwischen Bus-System (KNX, Loxone) und Funk-System (Matter, Homematic IP) fällt im Wohnneubau in 9 von 10 Fällen für Bus aus. Die Gründe sind klar: Verkabelung läuft im Rohbau ohnehin mit, Lebensdauer 30 plus Jahre, niedrige Latenz, hohe Stabilität. Funk-Systeme haben ihren Platz im Bestand und für nachträgliche Erweiterungen.

Bus-Vorteile im Detail

  • Latenz unter 100 ms: Tasten-Druck reagiert sofort.
  • Keine Batterie-Wechsel: Bus-Sensoren werden über Bus-Spannung versorgt.
  • Sabotage-resistenter: kein Funk-Jamming möglich.
  • Höhere Komponenten-Vielfalt: KNX mit über 500 Anbietern.
  • Eindeutige Topologie: Verteilerschrank-Aktor, Wand-Sensor, dazwischen Bus-Linie.
  • Internationale Etablierung: KNX als ISO-Standard.

Funk-Vorteile im Detail

  • Keine Verkabelung nötig: im Bestand ohne Renovierung.
  • Schnelle Inbetriebnahme: QR-Code scannen, fertig.
  • Mobile Sensoren: umsetzbar bei Bedarf.
  • Niedrigere Investition: bei kleinen Setups (3-10 Geräte).

Energie-Management als 2026-Schwerpunkt

Mit der Verbreitung von PV, Wärmepumpe und Wallbox wird das Energie-Management zur zentralen Aufgabe der Haustechnik. Drei Komponenten müssen zusammenarbeiten:

1. Smart-Meter-Gateway

Das intelligente Messsystem misst Bezug und Einspeisung in Echtzeit. Pflicht ab 2026 für Neubauten mit Erzeugung über 7 kWp oder Verbrauch über 6.000 kWh. Die Daten gehen an Energie-Management-System.

2. Energie-Management-System (EMS)

Das EMS koordiniert Erzeuger (PV) und Verbraucher (Wärmepumpe, Wallbox, Haushaltsstrom) nach Optimierungs-Strategien. Marktangebote 2026: SMA Sunny Home Manager, SolarEdge One, Solarwatt Manager, Fronius Wattpilot, openWB.

3. Schnittstellen zu Verbrauchern

Wärmepumpe muss SG-Ready, Wallbox Modbus-fähig und PV-Wechselrichter mit Modbus-Schnittstelle ausgestattet sein. Bei KNX/Loxone werden alle Komponenten über Bus angesprochen, bei reinem EMS über Modbus oder OCPP.

Optimierungs-Strategien

  • Eigenverbrauch-Maximierung: Wärmepumpe und Wallbox bei PV-Überschuss aktivieren.
  • Dynamische Strompreis-Tarife: Bezug zu günstigen Stunden (Tibber, awattar).
  • Lastmanagement: Wärmepumpe und Wallbox koordinieren, Hausanschluss nicht überlasten.
  • Vorhersage-basierte Steuerung: Wetter- und Strompreis-Forecast für Speicher-Beladung.

FAQ - Haustechnik im Neubau

Wie viel Budget muss man im Neubau für Haustechnik einplanen?
Bei einem 140 m² Einfamilienhaus liegen die reinen Haustechnik-Gewerke (Elektro, Daten, Sanitär, Heizung, Lüftung, Smart Home Basis) zwischen 55.000 und 95.000 Euro netto. Mit ambitioniertem Smart Home (KNX oder Loxone), Wallbox, PV-Anbindung und Alarmtechnik werden 80.000 bis 130.000 Euro daraus. Faustregel: 18 bis 22 Prozent der reinen Bausumme.
Welche Gewerke gehören überhaupt zur Haustechnik?
Im engeren Sinn: Elektroinstallation, Datentechnik, Sanitär, Heizung, Lüftung. Im weiteren Sinn auch Smart Home, Sicherheitstechnik, E-Mobilitäts-Infrastruktur und Multimedia. Im Neubau werden alle Gewerke zeitlich verzahnt - Schlitze klopfen, Leitungen ziehen, Dosen setzen findet vor dem Verputzen statt.
Lohnt sich Smart Home im Neubau wirklich?
Im Neubau ja, weil die Bus-Verkabelung mitläuft - der Aufpreis gegenüber konventioneller Installation liegt bei 4.000 bis 12.000 Euro für ein 140 m² Haus. Nachgerüstet mit Funk kostet das Vergleichbare 2 bis 3 Mal so viel und ist störanfälliger. Wer 2026 baut und auf Bus verzichtet, schliesst eine Tür für 30 plus Jahre.
KNX, Loxone oder Matter - welcher Standard für 2026?
KNX ist der herstelleroffene Bus-Standard mit über 500 Anbietern, die längste Lebensdauer-Perspektive, dafür höchste Planungs- und Programmierkosten. Loxone ist günstiger und einfacher in der Bedienung, aber Hersteller-gebunden. Matter ist der neue herstelleroffene Funk-Standard für leichtere Setups und sinnvoll als Ergänzung zu KNX, nicht als Ersatz im hochwertigen Neubau.
Welche Steckdosen-Anzahl reicht im Wohnzimmer?
Mindestens 12 Steckdosen verteilt auf 4 Wandseiten plus 2 Sat- bzw. Antennendosen plus 2 LAN-Dosen. Wer einen TV mit Wandhalterung plant, ergänzt eine 4-fach-Dose plus LAN auf TV-Höhe. Beim Sofabereich pro Sitz-Cluster eine 3-fach-Dose plus USB-Lade-Dose. Sparen lohnt hier nicht - jede nachgerüstete Dose kostet 80 bis 150 Euro.
Hausbau Journal Redaktion

Der unabhängige Hausbau-Ratgeber für private Bauherren in Deutschland. Recherchiert aus Primärquellen, ergänzt durch eigene Bauerfahrung und Bauherren-Interviews. Mehr über die Redaktion →