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Glossar

Kniestock

Stand: 30. April 2026

Was bedeutet Kniestock beim Hausbau?

Der Kniestock ist die senkrechte Wand, die zwischen dem letzten Vollgeschoss und dem Dachbereich steht. Seine Höhe wird von der Oberkante der Rohdecke bis zur Unterkante des Dachsparrens gemessen. Typische Maße: 60 cm (sehr kleines DG), 80 cm (Standard), 100-120 cm (großzügiges, gut nutzbares DG).

Auswirkung auf Wohnfläche: Ein höherer Kniestock schiebt die Schräge weiter nach oben und nach innen. Bei einem 45°-Dach und 60 cm Kniestock: Die Raumhöhe von 2,0 m wird erst 0,60 m vom Sparrenfuß entfernt erreicht. Bei 120 cm Kniestock: Volllhöhe schon an der Außenwand, deutlich mehr nutzbare Fläche.

Vollgeschoss-Relevanz: In den meisten Bundesländern gilt das Dachgeschoss als Vollgeschoss, wenn der Kniestock eine Mindesthöhe überschreitet (je nach LBO 1,2-1,4 m) und mehr als 75 % der Grundfläche diese Kniestockhöhe aufweisen. Ein zusätzliches Vollgeschoss beeinflusst GFZ, Gebäudehöhe und Baugenehmigung.

Warum ist der Kniestock wichtig für Bauherren?

Wer ein Dachgeschoss als vollwertige Wohnetage nutzen will, braucht ausreichend Kniestockhöhe. 60 cm Kniestock bedeutet: Schränke nur in Nischen, Betten nicht unter der Schräge nutzbar, Fläche unter 1,50 m Höhe zählt nach WoFIG nur anteilig. 100 cm Kniestock: deutlich wohnlicheres Dachgeschoss, volle Flächenwirksamkeit bis weit in den Raum.

Der Kniestock erhöht zwar die Wandfläche und damit die Materialkosten minimal, verbessert aber das Preis-Wohnfläche-Verhältnis erheblich.

Beispiel

EFH 8 × 10 m Grundriss, Satteldach 40°, Kniestock 80 cm: Nutzbare DG-Wohnfläche (≥ 2 m Höhe) ca. 55-60 m². Erhöhung Kniestock auf 120 cm: Nutzbare Fläche ca. 70-75 m². Mehrkosten: ca. 40 cm mehr Außenwand umlaufend = ca. 36 lm × 40 cm = 14 m² mehr Wandfläche, ca. 2.800-5.600 EUR Mehrkosten (200-400 EUR/m² Außenwand). Für 15 m² mehr Wohnfläche ein sehr gutes Verhältnis.

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