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Glossar

Drempel

Stand: 30. April 2026

Was bedeutet Drempel beim Hausbau?

Ohne Drempel beginnt die Dachschräge direkt auf Höhe der Dachgeschossdecke. Das macht den Außenbereich des Dachgeschosses kaum nutzbar - man kann dort nur kriechen. Ein Drempel von 80-120 cm Höhe schafft eine stehfähige Außenwand, gegen die Schränke gestellt, Stauräume eingebaut oder einfach normale Möblierung platziert werden können.

Je nach Landesbauordnung beeinflusst die Drempelhöhe, ob das Dachgeschoss als Vollgeschoss gilt - was die anrechenbare Geschossflächenzahl (GFZ) und damit die Genehmigungsfähigkeit beeinflusst. Bebauungspläne schreiben manchmal Drempelhöhen vor, um das Ortsbild einheitlich zu halten.

Der Drempel muss genauso gedämmt werden wie alle anderen Außenwände - er ist eine thermische Schwachstelle, die bei schlechter Ausführung zu Kältebrücken und Feuchtigkeitsschäden führt.

Warum ist der Drempel wichtig für Bauherren?

Die Entscheidung für oder gegen Drempel (und seine Höhe) hat direkte Auswirkung auf die Wohnfläche im Dachgeschoss und die Baukosten. Jeder Meter Drempel kostet Geld (Mauerwerk oder Holzständerwerk plus Dämmung), ermöglicht aber erheblich mehr Nutzfläche. Bei 10 m Hausbreite und beidseitigem Drempel von 1 m Höhe ergibt sich schon 2 × 10 m = 20 laufende Meter nutzbarer Wandfläche im OG.

Beispiel

Satteldach 40°, Hausgrundfläche 10 × 12 m: Ohne Drempel nutzbare DG-Fläche (>2 m Höhe) ca. 48 m². Mit 80 cm Drempel: ca. 72 m². Mit 120 cm Drempel: ca. 85 m². Mehrkosten Drempel 120 cm gegenüber kein Drempel: ca. 8.000-15.000 EUR für die zusätzliche Außenwand - für 37 m² mehr Wohnfläche ein günstiger Quadratmeterpreis.

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