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Glossar

Wohnfläche DIN 277

Stand: 30. April 2026

Was bedeutet Wohnfläche DIN 277 beim Hausbau?

Zwei Normen, zwei Konzepte: Die WoFIG-Wohnfläche (Wohnflächenverordnung, gültig ab 2004) gilt für Mietrecht und Sozialwohnungsbau. DIN 277 gilt für Planung, Baurechtsnachweise und Kostenkennwerte.

Wichtigste Unterschiede WoFIG vs. DIN 277:

  • Dachschrägen: WoFIG: unter 1 m Höhe = 0 %, 1-2 m = 50 %, über 2 m = 100 %. DIN 277: keine Schrägenabzüge, alle Flächen zählen voll.
  • Balkone/Terrassen: WoFIG: 25-50 % angerechnet. DIN 277: nicht zur Nutzfläche (eigene Kategorie).
  • Keller, Technikräume: WoFIG: keine Wohnfläche. DIN 277: Technikfläche (eigene Kategorie).
  • Treppe/Flur: WoFIG: zählt voll. DIN 277: Verkehrsfläche (eigene Kategorie, nicht Nutzfläche).

Im Exposé von Häusern und Wohnungen steht fast immer die WoFIG-Wohnfläche. Achten Sie auf den Hinweis „nach WoFIG" oder „nach DIN 277" - die Unterschiede können 10-20 % betragen.

Warum ist die Wohnfläche DIN 277 wichtig für Bauherren?

Beim Neubau-Bauvertrag oder Fertighaus-Angebot: immer nachfragen, nach welcher Norm die angegebene Wohnfläche berechnet wurde. Ein Fertighaus mit „150 m² nach DIN 277" hat in der Regel weniger WoFIG-Wohnfläche. Baudarlehen und KfW-Förderung beziehen sich auf die Nettogrundfläche nach DIN 277.

Beispiel

Dachgeschoss, 10 × 8 m Grundfläche, Drempel 80 cm, Dach 40°: DIN 277-Nutzfläche = 80 m² (volle Fläche). WoFIG-Wohnfläche: Abzug unter 1 m Höhe (ca. 12 m² je Seite = 24 m² × 0 %) + Fläche 1-2 m Höhe (ca. 8 m² je Seite = 16 m² × 50 % = 8 m²). Effektive Wohnfläche WoFIG: ca. 56 m². Differenz: 24 m² weniger als DIN 277 angibt.

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