Was bedeutet Effizienzhaus 55 beim Hausbau?
Das Effizienzhaus 55 war über viele Jahre das beliebteste KfW-geförderte Gebäudekonzept. Die „55" steht für 55 % des Primärenergiebedarfs des GEG-Referenzgebäudes (100 %). EH55 war deutlich besser als der GEG-Mindeststandard und trotzdem mit vertretbarem Mehraufwand erreichbar.
Typische EH55-Maßnahmen: U-Werte Außenwand 0,18-0,22 W/(m²K), Zweifach- oder Dreifachverglasung, Wärmepumpe oder Pelletheizung, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
Im Januar 2022 stoppte die KfW kurzfristig die EH55-Neubauförderung aufgrund der hohen Nachfrage und Budgetüberschreitung. Seitdem ist EH40 der Mindeststandard für KfW-Neubauförderung. EH55 existiert weiterhin als technischer Standard und wird von einigen Bundesländern noch gefördert.
Warum ist EH55 noch relevant für Bauherren?
Wer 2026 baut und KfW-Neubauförderung (Programm 297) will, muss EH40 erfüllen. EH55 allein reicht für die KfW-Bundesförderung nicht aus. Dennoch ist EH55 ein sinnvoller Kompromiss: Wer kein KfW-Programm anstrebt, aber besser als GEG-Minimum bauen will, kann mit EH55 gute Energieeffizienz zu moderaten Mehrkosten erreichen.
Einige Bundesländer (z.B. Baden-Württemberg) haben eigene Förderprogramme, die auch EH55 noch begünstigen.
Beispiel
EFH 150 m², EH55 vs. EH40: Mehrkosten EH40 gegenüber EH55 typisch 8.000-18.000 EUR für bessere Dämmung und Dreifachverglasung. KfW-Zinsvorteil EH40 (Programm 297): bei 150.000 EUR Kredit und 0,4 % besserem Zinssatz über 10 Jahre ca. 6.000 EUR Ersparnis. Energieverbrauch: EH55 ca. 35-45 kWh/(m²a), EH40 ca. 25-35 kWh/(m²a).
Verwandte Begriffe
- Effizienzhaus 40 - aktueller KfW-Förderstandard für Neubauten
- EH55 Förderung - aktuelle Fördermöglichkeiten für EH55
- GEG - gesetzlicher Mindeststandard (entspricht etwa EH75-EH100)
- Effizienzhaus - Überblick aller KfW-Energiestandards