Was bedeutet SCOP beim Hausbau?
SCOP steht für Seasonal COP und wird nach EN 14825 für drei Klimazonen berechnet: durchschnittliches Klima (Straßburg, für Deutschland relevant), wärmeres Klima (Athen) und kälteres Klima (Helsinki). Auf dem EU-Energielabel steht der SCOP für das durchschnittliche Klima.
Der Unterschied in der Praxis: COP (Herstellerangabe bei Normprüfbedingungen) ist meist 3,5-5,5 und überschätzt die Realeffizienz. SCOP (normiert für saisonalen Betrieb) ist 2,5-4,5 und realistischer. JAZ (real gemessen) hängt vom konkreten Gebäude und Betriebsverhalten ab.
Typische SCOP-Werte: Luft-Wasser-WP 3,0-4,5 (je nach Außentemperatur-Profil des Standorts). Sole-Wasser-WP 3,8-5,5. Wasser-Wasser-WP 5,0-6,5.
Warum ist der SCOP wichtig für Bauherren?
Für die KfW-BEG-Förderung (Bundesförderung Effizienzgebäude) muss die eingebaute Wärmepumpe einen Mindestwert beim SCOP erreichen. Für die Standardförderung gilt SCOP ≥ 2,7 (Heizung), für höhere Förderklassen sind strengere Anforderungen vorgesehen. Das Energielabel gibt den SCOP an - A+++ oder A++ bedeutet guter SCOP-Wert.
Beim Wärmepumpen-Kauf: Herstellerangaben zum COP kritisch hinterfragen, SCOP aus EU-Energielabel heraussuchen und für den eigenen Standort schätzen. Den Energieberater zur JAZ-Prognose befragen.
Beispiel
Luft-Wasser-WP, EU-Energielabel zeigt SCOP 4,1 (durchschnittliches Klima). Für Standort München (kälter als Straßburg): realer SCOP tendenziell niedriger, ca. 3,6-3,8. JAZ tatsächlich gemessen im ersten Betriebsjahr: 3,4 (Gebäude nicht optimal eingestellt). Fazit: SCOP ist ein guter Vergleichswert beim Kauf, die reale JAZ kann abweichen.
Verwandte Begriffe
- COP - der Laborkennwert der Wärmepumpe
- JAZ - die reale Jahreseffizienz im Betrieb
- Wärmepumpe Neubau - Typen und Kennwerte im Vergleich
- BEG - SCOP-Mindestanforderung für Förderung