hausbaujournal.com
Glossar

SCOP

Stand: 30. April 2026

Was bedeutet SCOP beim Hausbau?

SCOP steht für Seasonal COP und wird nach EN 14825 für drei Klimazonen berechnet: durchschnittliches Klima (Straßburg, für Deutschland relevant), wärmeres Klima (Athen) und kälteres Klima (Helsinki). Auf dem EU-Energielabel steht der SCOP für das durchschnittliche Klima.

Der Unterschied in der Praxis: COP (Herstellerangabe bei Normprüfbedingungen) ist meist 3,5-5,5 und überschätzt die Realeffizienz. SCOP (normiert für saisonalen Betrieb) ist 2,5-4,5 und realistischer. JAZ (real gemessen) hängt vom konkreten Gebäude und Betriebsverhalten ab.

Typische SCOP-Werte: Luft-Wasser-WP 3,0-4,5 (je nach Außentemperatur-Profil des Standorts). Sole-Wasser-WP 3,8-5,5. Wasser-Wasser-WP 5,0-6,5.

Warum ist der SCOP wichtig für Bauherren?

Für die KfW-BEG-Förderung (Bundesförderung Effizienzgebäude) muss die eingebaute Wärmepumpe einen Mindestwert beim SCOP erreichen. Für die Standardförderung gilt SCOP ≥ 2,7 (Heizung), für höhere Förderklassen sind strengere Anforderungen vorgesehen. Das Energielabel gibt den SCOP an - A+++ oder A++ bedeutet guter SCOP-Wert.

Beim Wärmepumpen-Kauf: Herstellerangaben zum COP kritisch hinterfragen, SCOP aus EU-Energielabel heraussuchen und für den eigenen Standort schätzen. Den Energieberater zur JAZ-Prognose befragen.

Beispiel

Luft-Wasser-WP, EU-Energielabel zeigt SCOP 4,1 (durchschnittliches Klima). Für Standort München (kälter als Straßburg): realer SCOP tendenziell niedriger, ca. 3,6-3,8. JAZ tatsächlich gemessen im ersten Betriebsjahr: 3,4 (Gebäude nicht optimal eingestellt). Fazit: SCOP ist ein guter Vergleichswert beim Kauf, die reale JAZ kann abweichen.

Verwandte Begriffe

  • COP - der Laborkennwert der Wärmepumpe
  • JAZ - die reale Jahreseffizienz im Betrieb
  • Wärmepumpe Neubau - Typen und Kennwerte im Vergleich
  • BEG - SCOP-Mindestanforderung für Förderung
Hausbau Journal Redaktion

Der unabhängige Hausbau-Ratgeber für private Bauherren in Deutschland. Recherchiert aus Primärquellen, ergänzt durch eigene Bauerfahrung und Bauherren-Interviews. Mehr über die Redaktion →