Was bedeutet Satteldach beim Hausbau?
Das Satteldach besteht aus zwei Dachflächen (Dachschrägen), die am First aufeinandertreffen. Die Stirnseiten werden durch Giebeldreiecke geschlossen. Bauteile: First (obere Kante), Traufe (untere Kante je Seite), Ortgang (seitlicher Abschluss), Dachüberstand (Traufüberstand für Fassadenschutz).
Dachneigung und Auswirkungen: Unter 20° braucht das Dach besondere Dachdeckungsprodukte (Folienabdichtung). 25-35° ist der Standard-Bereich für Ziegel und Schiefer. 45° und mehr: steile Dächer, teurer im Bau, aber großzügiges DG. Im B-Plan ist die Neigung oft auf 35-45° vorgeschrieben.
Dachausbau: Ein Satteldach mit 40-45° Neigung und 80-100 cm Kniestock ergibt ein gut nutzbares Dachgeschoss. Gauben erhöhen die Belichtung und Raumhöhe. Ohne Gauben wirken Räume unter steilen Dachschrägen einengend.
Warum ist das Satteldach wichtig für Bauherren?
Das Satteldach ist der Standardfall. Es ist günstiger als Walmdach oder Mansarddach, robuster als Flachdach und wird von fast allen Bebauungsplänen als zulässig eingestuft. Wer kein Architekt-Statement setzen will und maximal planungssicher bauen möchte, wählt das Satteldach. Kosten ca. 15-25 % günstiger als ein Walmdach gleicher Grundfläche.
PV-Anlage: Beim symmetrischen Satteldach hat man Ost- und Westausrichtung oder bei Ausrichtung des Firstes N-S eine reine Südfläche. Für maximalen PV-Ertrag: First-Richtung quer zur Himmelsrichtung planen, damit eine Seite nach Süden zeigt.
Beispiel
EFH 10 × 12 m, Satteldach 35°, First 12 m Länge, Kniestock 80 cm: Je Seite ca. 80 m² Dachfläche = 160 m² gesamt. Südfläche (1 Seite) mit PV belegbar: ca. 65-70 m² nutzbar = 10-11 kWp. Dachgeschossausbau: Nutzfläche ca. 60 m² (bei 80 cm Kniestock und 35° Neigung). Ausbaukosten DG ca. 700-900 EUR/m².
Verwandte Begriffe
- Walmdach - Satteldach mit abgewalmten Giebeln, aufwendiger
- Flachdach - moderne Alternative, andere Vor- und Nachteile
- Dachneigung - bestimmt Nutzbarkeit und PV-Ertrag
- Kniestock - entscheidet über Nutzbarkeit des Dachgeschosses