Was bedeutet Pultdach beim Hausbau?
Das Pultdach hat konstruktiv nur eine Dachfläche. Die Sparren verlaufen von der niedrigen zur hohen Traufseite. Typische Neigungen: 5-10° (flaches Pultdach, nahe Flachdach), 15-25° (steiles Pultdach, gut entwässert). Unter 5° gilt baurechtlich als Flachdach.
Vorteile: Einfache Konstruktion, günstig im Bau. Ideal für PV: Eine einheitlich ausgerichtete Dachfläche kann komplett mit Modulen belegt werden - kein Ost-West-Kompromiss wie beim Satteldach. Maximale PV-Leistung bei 30° Neigung und Südausrichtung.
Nachteile: Die hohe Seite erzeugt eine große Wandfläche (Ortgang-Wand), die aufwendig zu dämmen und zu verkleiden ist. Asymmetrisches Erscheinungsbild passt nicht in jede Bebauungsplan-Umgebung. Im B-Plan sind oft Dachform und Dachneigung vorgeschrieben - Pultdach nur zulässig, wenn der B-Plan es erlaubt oder kein B-Plan gilt.
Warum ist das Pultdach wichtig für Bauherren?
Das Pultdach ist das Dach der Wahl für moderne, kubische Architektur und maximale PV-Flächennutzung. Wer auf Süd-ausgerichtetes Grundstück baut und eine große PV-Anlage plant, profitiert von der einheitlichen Dachfläche. Wer dagegen im klassischen Einfamilienhausgebiet baut, muss den B-Plan prüfen - Pultdächer sind dort oft nicht zulässig.
Beispiel
Haus 10 × 12 m, Pultdach 15° nach Süden: Dachfläche ca. 125 m², komplett belegbar mit PV = ca. 90-100 m² nutzbar (Abstand Ränder) = 15-20 kWp PV-Leistung. Vergleich Satteldach gleicher Grundfläche: Ost- und Westfläche je ca. 65 m², PV nur auf Südseite (kein reines Süddach) oder Mischausrichtung mit Ertragseinbuße. Pultdach-Vorteil: ca. 20-30 % mehr PV-Ertrag.
Verwandte Begriffe
- Satteldach - die klassische Alternative mit zwei Flächen
- Flachdach - bei unter 5° Neigung gilt das Dach als Flachdach
- PV-Anlage Neubau - Pultdach als Idealvoraussetzung
- Dachneigung - Einfluss auf Niederschlagsableitung und PV-Ertrag