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Glossar

KWL

Stand: 30. April 2026

Was bedeutet KWL beim Hausbau?

Eine KWL-Anlage besteht aus: Zentralgerät mit Wärmetauscher (im Keller oder unter der Decke), Abluftnetz (aus Küche, Bad, WC, HWR), Zuluftnetz (in Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer), Außenluft-Ansaugung mit Filter, Fortluft-Auslass.

Der Wärmerückgewinnungsgrad (WRG) gibt an, wie viel Wärme der Abluft auf die Zuluft übertragen wird. Standard: 75-85 %, gute Geräte: 90-95 %. Bei -5 °C Außentemperatur und 22 °C Raumtemperatur: 90 % WRG bedeutet die Zuluft wird auf ca. 19,7 °C vorgewärmt - fast kein Aufwärmbedarf.

GEG-Pflicht: Das GEG schreibt bei luftdichten Gebäuden (n₅₀ ≤ 1,5 h⁻¹) eine „hygienisch notwendige Lüftung" vor - das kann auch über Fensterlüftung erfüllt werden, aber bei EH40 und EH55 ist die Gebäudehülle so dicht, dass ohne KWL Feuchteschäden und CO₂-Anreicherung drohen.

Warum ist die KWL wichtig für Bauherren?

In einem gut gedämmten Neubau ist die KWL keine Option - sie ist notwendig. Die Gebäudehülle ist so dicht, dass Fensterlüften den Mindestluftwechsel nicht sicherstellen kann. Ohne KWL: Feuchteschäden, Schimmel, CO₂-Anstieg auf > 2.000 ppm, Schlafqualität sinkt. Die KWL löst dieses Problem und spart dabei noch Heizenergie.

Kosten: 8.000-15.000 EUR für ein EFH (Gerät + Installation + Kanalnetz). Betrieb: 50-150 EUR/Jahr Strom + Filterreinigung/Tausch alle 3-6 Monate (20-60 EUR/Jahr). Jahreswartung empfohlen.

Beispiel

EFH 150 m², EH40, Blower-Door-Wert n₅₀ = 0,6 h⁻¹: Ohne KWL kann der hyg. Mindestluftwechsel (0,3-0,5 h⁻¹) durch Fensterlüften nicht dauerhaft eingehalten werden. KWL mit WRG 92 %: Luftwechselrate einstellbar 0,3-0,5 h⁻¹, Heizenergieeinsparung durch WRG ca. 1.500-2.500 kWh/a = ca. 150-250 EUR/a (bei Wärmepumpe). Investition amortisiert sich über Heizkosten in 30-50 Jahren - Hauptnutzen ist die Wohngesundheit.

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