Was bedeutet Innentür beim Hausbau?
Innentüren gibt es in zwei Grundkonstruktionen: Hohlkerntur (Wabenpapierfüllung, leicht, günstig, schlechter Schallschutz Rw 22-27 dB) und Vollspantür (MDF- oder Spanplattenfüllung, schwerer, besserer Schallschutz Rw 32-42 dB). Für Schlafzimmer, Bad und Home-Office sollte man Vollspan wählen.
Schallschutzklassen nach DIN 4109: SSK 1 (Rw 27 dB, Minimalanforderung), SSK 2 (32 dB, empfohlen für Schlafräume), SSK 3 (37 dB), SSK 4 (42 dB, für Heimkino, Musikräume). Der Unterschied zwischen SSK 1 und SSK 2 sind ca. 50-80 EUR pro Tür - gut investiertes Geld für Schlaf- und Kinderzimmer.
Brandschutztüren T30 (30 Minuten Feuerwiderstand) sind Pflicht: bei Treppenhäusern in Mehrfamilienhäusern, Garagen-Anschluss zum Wohnhaus, Technikräumen mit erhöhtem Brandrisiko. Im EFH selten Pflicht - aber die Tür zwischen Garage und Wohnhaus sollte T30 sein.
Warum ist die Innentür wichtig für Bauherren?
Innentüren werden im Budget oft unterschätzt. Ein EFH mit 12-15 Innentüren: Bei Standard-Hohlkerntüren (150-250 EUR/Stück inkl. Zarge) = 1.800-3.750 EUR. Bei hochwertigen Vollspantüren mit guter Optik (400-800 EUR/Stück) = 4.800-12.000 EUR. Der Unterschied ist im fertigen Haus sofort sichtbar und tastbar.
Barrierefreiheit: Lichte Durchgangsbreite mindestens 80 cm (DIN 18040-2 für R-Standard), besser 90 cm für Rollstuhlzugang. Bei Rohbauöffnung 90 cm lichte Breite: Zargenbreite beachten, damit Lichtmaß stimmt.
Beispiel
EFH, 13 Innentüren: 10× Standard-Zimmertüren (Vollspan SSK 2, weiß grundiert, 73 cm Breite): je 380 EUR = 3.800 EUR. 2× Badezimmertüren mit WC-Schloss: je 420 EUR = 840 EUR. 1× T30-Tür Garage-Haus: 650 EUR. Gesamt Material: ca. 5.300 EUR. Montage (Zargen setzen, Türen hängen): ca. 1.500-2.000 EUR. Komplett ca. 7.000-7.500 EUR.
Verwandte Begriffe
- Haustür - Außentür mit Einbruchschutz und Wärmedämmung
- Innenausbau Neubau - Türen im Kontext des Gesamtausbaus
- Estrich - Bodenaufbau bestimmt die Türhöhe
- Schallschutz - Klassifizierung und Anforderungen