Was bedeutet Dachgaube beim Hausbau?
Dachgauben gibt es in verschiedenen Typen, die sich in Form und Aufwand unterscheiden:
- Schleppgaube: Flach geneigtes Dach in Verlängerung der Traufe - optisch zurückhaltend, kostengünstig (ca. 8.000-15.000 EUR je Gaube).
- Satteldachgaube (Spitzgaube): Kleines eigenes Satteldach auf der Hauptdachfläche - traditionell, bei Bebauungsplänen oft bevorzugt (12.000-20.000 EUR).
- Fledermausgaube: Gewölbte Dachfläche - handwerklich aufwendig, teuer (15.000-25.000 EUR).
- Kastengaube: Senkrechte Wände, Flachdach - maximaler Raumgewinn, aber optisch monolithisch (10.000-18.000 EUR).
Gauben erhöhen die nutzbare Fläche im Dachgeschoss erheblich. Eine 2 m breite Schleppgaube macht aus einem kaum nutzbaren Kniestock-Bereich vollwertigen Wohnraum.
Warum ist die Dachgaube wichtig für Bauherren?
Wer ein Dachgeschoss ausbauen will, kommt an Gauben oft nicht vorbei. Ohne Gaube ist die nutzbare Fläche bei üblichen Dachneigungen von 30-45° stark eingeschränkt. Eine Gaube kostet 8.000-25.000 EUR, schafft aber 5-15 m² zusätzliche Vollgeschoss-Fläche - das ergibt je nach Region 50.000-200.000 EUR Wertsteigerung. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist meist sehr gut.
Der Bebauungsplan regelt, ob und in welcher Form Gauben erlaubt sind. Manche B-Pläne schreiben Gaubentyp, -breite und -anzahl vor.
Beispiel
Dachgeschossausbau, Satteldach 45°, Gebäudebreite 10 m: Ohne Gaube nutzbare Fläche ca. 48 m² (nur Raum über 2 m Höhe). Mit zwei 2,5 m breiten Kastengauben beiderseits: zusätzlich ca. 20 m² nutzbare Fläche. Mehrkosten 2 × 14.000 EUR = 28.000 EUR für ca. 20 m² Wohnfläche - Kosten je Quadratmeter: 1.400 EUR, weit unter Neubaukosten.
Verwandte Begriffe
- Dachneigung - bestimmt Nutzbarkeit ohne Gaube
- Kniestock - der Bereich unter der Gaube
- Dachausbau - Gauben im Kontext des Dachgeschossausbaus
- Dachstuhl - konstruktiver Rahmen, in den die Gaube eingebunden wird