Was bedeutet COP beim Hausbau?
Der COP wird unter Norm-Prüfbedingungen nach EN 14511 gemessen und dient dem Vergleich verschiedener Wärmepumpen-Modelle. Typische Prüfpunkte für Luft-Wasser-Wärmepumpen: A7/W35 (Außenluft 7°C, Heizungswasser 35°C) oder A2/W35 (Außenluft 2°C). Je kälter die Außenluft und je höher die geforderte Vorlauftemperatur, desto niedriger der COP.
Der COP ist eine Momentaufnahme unter Laborbedingungen. Er entspricht nicht der realen Jahreseffizienz. Dafür verwendet man die JAZ (Jahresarbeitszahl), die alle Betriebsstunden des Jahres einschließlich kalter Wintertage berücksichtigt und typisch 10-30 % unter dem Hersteller-COP liegt.
Für Luft-Wasser-Wärmepumpen unter deutschen Klimabedingungen liegt die JAZ typisch bei 2,8 bis 4,2 - je nach Gebäudetyp, Dämmstandard und Vorlauftemperatur. Sole-Wasser-Wärmepumpen erreichen durch die stabilere Quelltemperatur JAZ-Werte von 3,5 bis 5,0.
Warum ist der COP wichtig für Bauherren?
Ein hoher COP reduziert die Stromkosten der Wärmepumpe direkt. Bei einem Jahresheizwärmebedarf von 12.000 kWh und Strompreis 0,30 EUR/kWh: Bei JAZ 3,0 kosten 4.000 kWh Strom = 1.200 EUR. Bei JAZ 4,0 kosten nur 3.000 kWh Strom = 900 EUR - 300 EUR weniger pro Jahr. Über 20 Jahre: 6.000 EUR Unterschied allein durch die JAZ-Wahl.
Beispiel
Modell A: COP A7/W35 = 5,1. Modell B: COP A7/W35 = 4,3. Im Prüfpunkt ist Modell A besser. Reale JAZ in München (gemäßigte Winter): A = 3,8, B = 3,5. Im Vergleich zu Freiburg (mildere Winter): A = 4,2, B = 3,9. Der COP-Vergleich ist ein Einstiegspunkt - die JAZ im eigenen Klima entscheidet.
Verwandte Begriffe
- JAZ - die praktisch relevantere Jahreskennzahl
- SCOP - saisonaler COP als Zwischenwert
- Wärmepumpe - ausführlicher Artikel mit Wirtschaftlichkeitsberechnung
- Luft-Wasser-Wärmepumpe - häufigste Wärmepumpenart im Neubau