Was bedeutet Bodenrichtwert beim Hausbau?
Gutachterausschüsse der Kreise und kreisfreien Städte sammeln alle beurkundeten Grundstückskaufpreise und leiten daraus Bodenrichtwerte ab. Diese sind flächendeckend in Bodenrichtwertzonen eingeteilt - alle Grundstücke innerhalb einer Zone teilen den gleichen Richtwert, der das Lagemerkmal abbildet.
Wichtig: Der Bodenrichtwert ist ein Durchschnittswert, kein verbindlicher Kaufpreis. Ein konkretes Grundstück kann je nach Zuschnitt, Erschließungsstand und Lage deutlich über oder unter dem Bodenrichtwert gehandelt werden. In Ballungsräumen liegt der tatsächliche Preis oft 20-50 % über dem Richtwert.
Abgefragt werden Bodenrichtwerte über das Portal BORIS (Bodenrichtwert-Informationssystem), das in den meisten Bundesländern kostenlos zugänglich ist.
Warum ist der Bodenrichtwert wichtig für Bauherren?
Der Bodenrichtwert ist der erste Orientierungspunkt bei der Grundstückssuche: Er zeigt, in welchem Preissegment eine Region liegt und ob ein angebotenes Grundstück über oder unter dem Marktdurchschnitt liegt. Er wird auch für die Grunderwerbsteuer-Berechnung und für Erbschaft- und Schenkungsteuer herangezogen.
Beispiel
Bodenrichtwert München-Schwabing 2024: ca. 4.500 EUR/m². Grundstück 400 m²: Richtwert-Basis 1.800.000 EUR. Tatsächliche Kaufpreise in dieser Lage: 2.000.000 bis 2.500.000 EUR. Vergleich Sachsen, ländliche Gemeinde: Bodenrichtwert 30-80 EUR/m², 400 m² Grundstück: 12.000 bis 32.000 EUR.
Verwandte Begriffe
- BORIS - das Informationssystem zur Abfrage von Bodenrichtwerten
- Grundstück bewerten - ausführlicher Artikel zur Grundstücksbewertung
- Grunderwerbsteuer - bemisst sich am Kaufpreis, nicht am Richtwert
- Grundstückssuche - Bodenrichtwerte als Orientierung beim Kauf