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Glossar

Bodenklasse

Stand: 30. April 2026

Was bedeutet Bodenklasse beim Hausbau?

Die Bodenklasse ist eine technische Kategorisierung des Bodens nach DIN 18300 (Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen, Erdarbeiten). Die DIN unterscheidet 7 Bodenklassen:

KlasseBezeichnungBeispiel
1OberbodenMutterboden, Humus
2Fließende BodenartenSchlamm, Faulschlamm
3Leicht lösbare BodenartenSand, Kies, lehmiger Sand
4Mittelschwer lösbare BodenartenLehm, Mergel, bindiger Boden
5Schwer lösbare BodenartenStark bindiger Boden, Geschiebemergel
6Leicht lösbarer FelsVerwitterter Fels, zerklüftetes Gestein
7Schwer lösbarer FelsMassiver Fels, Beton, harter Sandstein

Warum ist die Bodenklasse wichtig für Bauherren?

Die Bodenklasse beeinflusst direkt die Erdarbeiten-Kosten. Bauträger-Festpreise gelten meist nur bis Klasse 3 oder 4. Höhere Klassen verursachen Mehrkosten, die nach VOB oder nach tatsächlichem Aufwand abgerechnet werden. Das Bodengutachten klärt die Bodenklasse vor Vertragsabschluss - wer darauf verzichtet, riskiert unkalkulierbare Mehrkosten.

Auch für die Wahl zwischen Bodenplatte und Keller spielt die Bodenklasse eine Rolle: Bei Klasse 6-7 ist ein Keller wirtschaftlich oft nicht sinnvoll.

Beispiel

EFH, 120 m² Grundfläche, 1,0 m Aushubtiefe: ca. 180 m³ Aushubvolumen. Klasse 3-4 im Festpreis enthalten. Klasse 5: ca. 30-50 EUR Mehrkosten/m³ = 5.400 bis 9.000 EUR Mehrkosten. Klasse 7 (Fels): 80-200 EUR/m³ = 14.400 bis 36.000 EUR Mehrkosten.

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