Was bedeutet Bodenklasse beim Hausbau?
Die Bodenklasse ist eine technische Kategorisierung des Bodens nach DIN 18300 (Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen, Erdarbeiten). Die DIN unterscheidet 7 Bodenklassen:
| Klasse | Bezeichnung | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | Oberboden | Mutterboden, Humus |
| 2 | Fließende Bodenarten | Schlamm, Faulschlamm |
| 3 | Leicht lösbare Bodenarten | Sand, Kies, lehmiger Sand |
| 4 | Mittelschwer lösbare Bodenarten | Lehm, Mergel, bindiger Boden |
| 5 | Schwer lösbare Bodenarten | Stark bindiger Boden, Geschiebemergel |
| 6 | Leicht lösbarer Fels | Verwitterter Fels, zerklüftetes Gestein |
| 7 | Schwer lösbarer Fels | Massiver Fels, Beton, harter Sandstein |
Warum ist die Bodenklasse wichtig für Bauherren?
Die Bodenklasse beeinflusst direkt die Erdarbeiten-Kosten. Bauträger-Festpreise gelten meist nur bis Klasse 3 oder 4. Höhere Klassen verursachen Mehrkosten, die nach VOB oder nach tatsächlichem Aufwand abgerechnet werden. Das Bodengutachten klärt die Bodenklasse vor Vertragsabschluss - wer darauf verzichtet, riskiert unkalkulierbare Mehrkosten.
Auch für die Wahl zwischen Bodenplatte und Keller spielt die Bodenklasse eine Rolle: Bei Klasse 6-7 ist ein Keller wirtschaftlich oft nicht sinnvoll.
Beispiel
EFH, 120 m² Grundfläche, 1,0 m Aushubtiefe: ca. 180 m³ Aushubvolumen. Klasse 3-4 im Festpreis enthalten. Klasse 5: ca. 30-50 EUR Mehrkosten/m³ = 5.400 bis 9.000 EUR Mehrkosten. Klasse 7 (Fels): 80-200 EUR/m³ = 14.400 bis 36.000 EUR Mehrkosten.
Verwandte Begriffe
- Bodengutachten - ermittelt die Bodenklasse vor Baubeginn
- Baugrubenaushub - der Erdarbeitsvorgang, bei dem die Klasse zählt
- Erdarbeiten und Fundament - Bauphase mit Bodenklassen-Relevanz
- Bodenplatte - Alternative zum Keller, beeinflusst Aushubtiefe