Was bedeutet Zellulosedämmung beim Hausbau?
Zellulosedämmung (Isofloc, Climacell u.a.) wird als loses Schüttgut eingeblasen - das ist ihr größtes praktisches Vorzug: Sie füllt Hohlräume vollständig und lückenlos aus, was bei Einzel-Platten nie ganz gelingt. Keine Wärmebrücken durch Platten-Stöße.
Einsatzbereiche: Holzrahmenbau (Ausfachen der Ständerkonstruktion), Zwischensparrendämmung, nachträgliche Dämmung in Bestandsgebäuden (durch Bohrlöcher einblasbar), Hohlraumdämmung in alten Wänden. Nicht geeignet für: druckbelastete Anwendungen (Fußboden direkt), Perimeterdämmung.
Brandschutz: Zellulose ist durch Borsalze schwer entflammbar - Baustoffklasse B1 (schwerentflammbar), nicht B2 wie viele andere organische Dämmstoffe. Feuchteverhalten: Zellulose kann bis zu 20 % Feuchtigkeit aufnehmen ohne Verlust der Dämmwirkung und gibt sie wieder ab - hervorragendes hygrisches Verhalten.
Warum ist Zellulosedämmung wichtig für Bauherren?
Im Holzrahmenbau ist Zellulose besonders beliebt: Das Einblasen füllt alle Ecken und Kanten lückenlos - kein Drücken, keine Spalten zwischen Platte und Ständer. Außerdem günstiger als Hanf oder Holzweichfaser. Kosten: 18-28 EUR/m² bei 200 mm Dämmdicke (Material + Einblasen). Glaswolle wäre 8-12 EUR/m² - Zellulose kostet etwa das Doppelte.
Nachhaltig: Recyceltes Altpapier, sehr energiearme Herstellung. CO₂-Fußabdruck ca. 10× besser als Polystyrol.
Beispiel
Holzrahmenhaus, Außenwand 160 mm Ständer: Zellulose-Einblasdämmung 160 mm, λ 0,040: U-Wert ca. 0,24 W/(m²K) - GEG EH55-konform. Mit 60 mm Untersparrendämmung (Installationsebene): U-Wert ca. 0,16 W/(m²K) = EH40-geeignet. Einblasen 100 m² Wand: ca. 2.200 EUR. Glaswollemat. + Verlegen: ca. 1.200 EUR. Aufpreis Zellulose: 1.000 EUR - für bessere Füllqualität und Ökobilanz.
Verwandte Begriffe
- Hanfdämmung - weiterer Naturdämmstoff, als Matte nicht eingeblasen
- Holzweichfaser - für Aufsparrendämmung und Fassade
- Nachhaltige Baustoffe - Zellulose im Vergleich der Dämmstoffe
- U-Wert - Wärmedämmkennwert der gedämmten Konstruktion