Was bedeutet Wendeltreppe beim Hausbau?
Die Wendeltreppe (Spindeltreppe) dreht sich um eine zentrale Mittelstange (Spindel). Jede Stufe ist keilförmig - innen schmal, außen breit. Die nutzbare Breite nimmt nach innen stark ab. Mindestmaße nach DIN 18065 für Haupttreppen in Wohngebäuden: lichte Breite mindestens 80 cm, Mindestauftritt an der Gehlinse (1/3 Radius von außen) ≥ 21 cm.
Richtiger Einsatz: Wendeltreppen sind als Haupttreppe in Wohngebäuden baurechtlich nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig - viele Landesbauordnungen schreiben für die notwendige Treppe (Rettungsweg) eine gerade oder gewendelte Treppe vor, keine Spindeltreppe. Als Terrassentreppe, Galeriezugang oder Keller-Nebentreppe sind Wendeltreppen unproblematisch.
Materialien: Stahl (günstig, 1.500-4.000 EUR), Holz (warm, 3.000-8.000 EUR), Beton (massiv, teuer), Edelstahl (modern, 5.000-15.000 EUR). Fertigwendeltreppen (Stahl) sind die günstigste Option.
Warum ist die Wendeltreppe wichtig für Bauherren?
Auf kleiner Grundfläche (1,5-2 m²) eine Verbindung zwischen zwei Ebenen schaffen - das kann nur die Wendeltreppe. Für DG-Ausbau-Zugänge auf engen Grundrissen oder als Terrassenzugang ist sie ideal. Als Haupttreppe im EFH ist sie problematisch: Möbel lassen sich schwer transportieren, bei Sturz erhöhtes Verletzungsrisiko (enger Innenradius), barrierefrei nicht möglich.
Beispiel
DG-Ausbau nachträglich: Grundriss erlaubt keine gerade Treppe (zu eng). Wendeltreppe Stahl, Durchmesser 120 cm: Grundfläche 1,13 m², passt in freien Raum. Kosten 2.400 EUR fertig montiert. Abgang ins EG: Deckendurchbruch 130 × 130 cm. Alternative gerade Treppe: bräuchte 4,5 m² Grundfläche - nicht vorhanden.
Verwandte Begriffe
- Treppe Neubau - alle Treppentypen im Vergleich
- Dachgeschoss ausbauen - Wendeltreppe als platzsparende Zugangslösung
- Nutzfläche - Treppenraum zählt zur Verkehrsfläche, nicht Nutzfläche
- Barrierefreiheit - Wendeltreppe nicht barrierefrei