Zisternen-Typen
Erdtank (eingegraben): Kunststofftank (PE oder GFK), im Boden vergraben. Frostgeschützt, platzsparend, Wasser bleibt kühl und algenfrei. Aufwendigerer Einbau (Baggerarbeit nötig). Geeignet für alle Klimazonen. Volumen: 1.500-15.000 Liter. Beliebteste Variante für private Gärten.
Flachtank (Erdtank mit niedriger Bauhöhe): Breiter und flacher als normaler Erdtank. Ideal wenn Einbautiefe begrenzt (Hochgrundwasser, flache Bodenplatte). Volumen pro Höheneinheit geringer als runder Tank.
Oberirdischer Regenwassertank: Regenfass (100-300L) oder größerer Tank. Günstig, kein Einbau nötig, aber frostsicherung nötig im Winter (leeren oder isolieren). Für kleine Bewässerungsmengen ausreichend. Preis: 50-400€.
Modulare Erdtanks: Aus mehreren Elementen zusammengesetzt. Kann durch Zukauf von Modulen erweitert werden. Gut bei unsicherer Planung der benötigten Kapazität.
Volumen berechnen
Berechnung des Jahresertrags: Dachfläche (m²) × Jahresregenmenge (mm) × Abflussbeiwert (0,85 für Ziegeldach, 0,9 für Flachdach) = Liter/Jahr
Beispiel: 100m² Dach, 700mm/Jahr, Ziegeldach: 100 × 700 × 0,85 = 59.500 Liter/Jahr
Nutzbare Menge: Abzug für Überlauf (Tank läuft voll) und Winterpause ≈ 40-50% der Gesamtmenge. Also ca. 24.000-30.000 Liter nutzbar.
Praktische Zisternen-Dimensionierung: Wochenbedarf Hochsommer × 4-6 = Puffergröße. Bei 500 Liter/Woche: 2.000-3.000 Liter Zisterne ausreichend als Puffer zwischen Regenereignissen.
Förderung und Steuer
Förderung ist Ländersache und Kommunalsache. Mögliche Förderformen:
- Investitionszuschuss: 200-1.500€ direkt auf die Zisterne, von Stadtwerken oder Gemeinden
- Abwassergebühren-Rabatt: Wer nachweist, dass Regenwasser nicht in Kanalisation fließt, zahlt weniger gesplitterte Abwassergebühr
- Niederschlagswassergebühr: In Kommunen mit gesplitteter Abwassergebühr spart ein Regenwassertank jährlich 50-200€
Steuerlich: Bei Eigenheimnutzung keine steuerliche Absetzbarkeit. Bei vermieteten Immobilien oder wenn das Regenwasser auch für Gewerbe genutzt wird: teilweise als Betriebsausgabe absetzbar. Steuerberater befragen.
Einbau und Anschluss
Einbautiefe: Oberkante Tank 30-50cm unter Bodenoberkante (für Überfahrsicherheit). Zugang über Schachtring (DN400 oder DN600) mit Deckel. Einbau durch Gartenbaufirma oder Tiefbauer.
Zulauf: Regenablaufrohr vom Fallrohr des Dachs über Vorfilter in den Tank. Vorfilter (Selbstreinigungsfilter) fängt Laub und Grobschmutz - Pflege 2× jährlich. Überlauf-Anschluss in Kanalisation oder Versickerungsmulde.
Entnahme: Tauchpumpe im Tank oder externe Druckpumpe. Automatische Pumpen mit Druckschalter (Gardena, Grundfos). Für automatische Bewässerungsanlage: Anschluss direkt an Zentralsteuerung. Winterschutz: Pumpe und Leitungen entleeren (unter Frostlinie nötig, ca. 80-100cm Tiefe).
Kosten 2026
| Variante | Volumen | Kosten eingebaut |
|---|---|---|
| Oberirdisches Regenfass | 300-500L | 100-300€ |
| Erdtank PE, klein | 1.500L | 800-1.500€ |
| Erdtank PE, Standard | 3.000L | 1.500-2.500€ |
| Erdtank PE, groß | 5.000L | 2.500-4.000€ |
| Betonzisterne (individuell) | 10.000L+ | 5.000-12.000€ |
Häufige Fragen zur Regenwasserzisterne
Welche Zisternengröße brauche ich? ▼
Faustformel: Dachfläche (m²) × Niederschlag (mm/Jahr, in D/AT meist 600-900mm) × 0,85 (Verluste) ÷ 12 Monate × Monatsbedarf. Für Gartenbewässerung: ca. 50-100 Liter/Tag in der Saison (Mai-September). Für ein Einfamilienhaus mit 100m² Dach und 700mm Niederschlag: Ertrag ca. 60.000 L/Jahr, davon aber nur 40% nutzbar (Überlauf, Winterpause). Praktische Faustformel: Wochenbedarf × 4-6 = sinnvolle Zisternengröße. Häufigste Wahl: 3.000-5.000 Liter.
Wird Regenwassernutzung gefördert? ▼
Ja, in vielen Kommunen gibt es Förderung. Programme variieren stark: manche Gemeinden zahlen 500-1.500€ Zuschuss, andere gewähren Abwassergebühren-Reduktion (weil weniger Regenwasser in die Kanalisation fließt). Bundesweit gibt es keine einheitliche Regelung. Beim zuständigen Stadtwerk oder der Gemeindeverwaltung nachfragen. In manchen Bundesländern gibt es auch Förderprogramme für Dachbegrünung + Zisterne kombiniert.
Kann man Regenwasser aus der Zisterne im Haus nutzen? ▼
Ja, aber mit Aufwand. Regenwasser darf in Deutschland für Toilettenspülung, Waschmaschine und Gartenbewässerung genutzt werden - aber nicht als Trinkwasser und nicht fürs Kochen. Hausinstallation für Regenwassernutzung im Haus: getrennte Leitungen nötig, Druckerhöhungsanlage, Trinkwasser-Notversorgung. Genehmigungspflichtig beim lokalen Wasserversorger anmelden. Investition: 2.000-5.000€ für Inneninstallation zusätzlich zur Zisterne.
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